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Geschäftsklima in der Autoindustrie ist am Boden

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Corona-Krise kennt fast nur Verlierer, das zeigt die aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts. Besonders betroffen davon ist die Automobilindustrie, aber auch zahlreiche Zuliefererbranchen. Jetzt droht eine massive Ausweitung der Kurzarbeit.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Geschäftserwartungen der deutschen Autoindustrie für die nächsten Monate sind im März wegen der Corona-Epidemie eingebrochen. Wie das Ifo-Institut mitteilte, ist der zugehörige Index im Monatsvergleich um 14 auf minus 33,7 Punkte abgesackt. Auch die anderen Indizes für die Autobranche verzeichneten der Ifo-Umfrage zufolge im Monatsvergleich herbe Einschnitte. Die Exporterwartungen stürzten mit einem Wert von minus 42,7 Punkten auf ein Tief seit März 2009, hieß es von Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe.

Insgesamt erwartet die deutsche Industrie laut einer Umfrage des Ifo-Instituts in den kommenden drei Monaten einen massiven Rückgang der Produktion. Laut Ifo sackte der Index der Produktionserwartungen im März um 22,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte ab. Dies signalisiert eine Schrumpfung der Produktion und ist der schärfste Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 1991.

Selbst in der Weltfinanzkrise habe der Index im November 2008 nur um 13,3 Punkte nachgegeben, hieß es weiter. Nach Ansicht der Wirtschaftsforscher könnte die tatsächliche Produktion der nächsten Monate noch stärker einbrechen, als der Index-Wert erwarten lasse. „Vermutlich ist die Entwicklung noch unterzeichnet, weil die meisten Antworten bis Mitte des Monats März eingingen“, sagte Wohlrabe.

Neben den Autobauern blicken auch die Gummi- und Kunststoffindustrie, sowie der Maschinenbau besonders pessimistisch in die Zukunft. Die Unternehmen sind in der Corona-Krise gleichermaßen von einem starken Nachfrageausfall und der Störung der weltweiten Lieferketten betroffen. Lichtblicke gebe es in der Chemie-Branche, die sich laut Wohlrabe weniger von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen sieht. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie habe sich der Index – trotz leichter Rückgänge – sogar noch im positiven Bereich halten können.

Lagerbestand unverkaufter Autos steigt an

Die Erwartungen für die Nachfrage gaben den Angaben der Wirtschaftsforscher zufolge ebenfalls stark nach. Ein wachsender Anteil der an der Umfrage beteiligten Unternehmen sei demnach der Ansicht, bald Kurzarbeit beantragen zu müssen: Der Anteil habe sich im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt. Einige Autobauer sind hier schon einen Schritt weiter, BMW meldete im März bereits 20.000 Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit an.

Die weitreichenden Beschränkungen des Wirtschaftslebens im Zuge der Corona-Krise belasten auch die Nachfrage in der Autoindustrie stark. Während US-Autobauer bereits deutliche Absatzrückgänge meldeten, gaben auch die vom Ifo-Institut befragten deutschen Unternehmen an, dass die Lager unverkaufter Autos zuletzt wieder stärker angewachsen seien. Der Lagerbestand stieg demnach im März doppelt so schnell an wie noch im Vormonat, während der Schwund in den Auftragsbüchern weiter zunahm.

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