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Unternehmensstrategie Gespräch statt Mausklick

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Nur große Autohausgruppen, die das Digitalgeschäft konsequent vorantreiben, haben eine Überlebenschance. Das wird immer häufiger suggeriert. Die Ford-Autohäuser Reuner und Auers zeigen: Es geht noch anders – analog und um den Kirchturm herum.

Das Ford-Autohaus Auers in Sulzbach-Rosenberg will sich noch stärker auf Nutzfahrzeuge fokussieren.
Das Ford-Autohaus Auers in Sulzbach-Rosenberg will sich noch stärker auf Nutzfahrzeuge fokussieren.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Wenn Alexander Rall, Verkaufsleiter beim Ford-Händler Auto Auers, an manch einen Händlerkollegen denkt, der auf dem Hof Hunderte von Lagerwagen und Tageszulassungen stehen hat, die zu Kampfpreisen im Internet verkauft werden, kommt er ins Grübeln: „Diese Art von Vertrieb wäre uns viel zu riskant. Lieber verzichten wir auf das eine oder andere Geschäft“, bemerkt er. Rall weiß, wovon er spricht: Er war Filialleiter bei der Autohausgruppe Eitel, die nach einem starken Wachstum 2015 mit zuletzt zwölf Filialen Insolvenz anmelden musste.

Das Autohaus Auers mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg bei Amberg verfolgt mitten in der Digitalisierungsära eine andere Strategie: Es setzt auf das gesunde Vertriebsgeschäft in einem Radius von rund 30 Kilometern um den eigenen Kirchturm, hält das Fahrzeuglager klein und fährt damit aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut – selbst im Corona-Jahr 2020. Der lokale Marktanteil liegt in der ländlich geprägten Region, in der rund 150.000 Menschen leben, mit gut 20 Prozent weit über dem bundesweiten Durchschnitt von Ford.