Getestet: Prototyp des neuen Mazda 6

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Jens Rehberg

Erst in zwei Jahren kommt der neue Mazda 6 auf den Markt. Bereits jetzt legen die Prototypen weltweit hunderttausende von Kilometern zurück, damit das neue Modell ein Bestseller wird. Im Fokus: die neuen Sky-Motoren.

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Man muss schon zwei Mal hinsehen, um die inneren Werte dieses Mazda 6 erkennen zu können. Denn auf den ersten Blick fällt der strahlend weiße Sechser von Mazda mit seinem Bad Homburger Kennzeichen kaum nennenswert auf. Bei näherer Betrachtung stechen die ausgestellten Kotflügel und die verkleideten Elemente in den Stoßfängern ins Auge. Verräterische Details wie Scheinwerferelemente oder Radhäuser sind mit Poppnieten lieblos verunstaltet.

Keine Frage: Dieser Mazda 6 hat mit dem aktuellen Modell nicht mehr viel gemein. Vielmehr handelt es sich um einen geheimen Prototypen – kurz „Mule“. Unter der angepassten Außenhaut befindet sich bereits das neue Modell. Trotz der Verkleidungen an der Karosserie ist unschwer zu erkennen, dass der neue Mazda 6 breiter und länger als der bisherige wird. Auch dürfte es bei der nächsten Generation bei einem weltweiten Modell bleiben. Beim aktuellen Mazda 6 wollten die Zoom-Zoom-Japaner zwei Fliegen mit zwei Klappen schlagen und schickten auf dem wichtigen Volumenmarkt USA eine etwas größere Version ins Rennen – angetrieben von Motoren aus dem Hause Ford.

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Diesmal dürfte es mit Blick auf die Kostenstruktur bei einem Modell als Weltauto bleiben. Das wird wie bisher in den drei Karosserievarianten Limousine, Kombi und Schrägheck zu bekommen sein. Jeder Markt kann sich dann das rechte Modell auswählen.

Bereits seit über einem Jahr hat Mazda seine Sechser-Prototypen auf der ganzen Welt in der Erprobung. Die einen „Mules“ preschen durch die Wüsten der USA, andere bibbern in der Kälte, und eine Handvoll Fahrzeuge ist in der Hochgeschwindigkeits- und Fahrwerksfeinabstimmung auf deutschem Boden unterwegs.

Neue Motoren, neue Getriebe

Der neue Mazda 6 soll besser werden als sein Vorgänger. Hier gab es anfangs Kritik wegen einer allzu harten Fahrwerksabstimmung und wenig feinfühligen Dämpfern – insbesondere an der Hinterachse. Auch bei den Motoren gab es abseits vom Topdiesel wenig Beeindruckendes zu erfahren. Gerade hier will Mazda bei den neuen Modellen punkten. Diesel- und Benziner bekommen eine völlig neue Generation aus Triebwerken und Getrieben.

Bei den ersten Testfahrten konnte besonders der neue Commonrail-Diesel mit 2,2 Litern Hubraum und 175 PS überzeugen. Der doppelt aufgeladene Dieselmotor ist betont laufruhig und mit seinen 420 Nm maximalem Drehmoment allseits Herr der Lage. Hört bei einem normalen Dieseltriebwerk zumeist der Spaß bei knapp über 4.000 U/min auf, so geht der neue Mazda-Vierzylinder deutlich weiter. Das macht jede Menge Spaß. „Ein Grund ist das niedrige Diesel-Verdichtungsverhältnis von 14:1“, erklärt Mazda-Entwickler Joachim Kunz, „unser neuer Sky-D-Motor lässt sich bis 5.200 U/min drehen und wird dabei aber 20 Prozent sparsamer als die aktuelle Generation sein.“

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