Getriebereparatur: Machen oder machen lassen

Immer mehr Fahrzeuge sind mit Automatikgetriebe ausgestattet, für deren Reparatur man viel Know-how braucht. Mit ZF bietet ein erfahrener Getriebehersteller dieses nun als Dienstleistung an. Doch ein Konkurrent setzt auf eine andere Methode.

| Autor: Jan Rosenow

Kfz-Werkstätten haben die Wahl: Das Getriebe selbst ausbauen oder das Auto zu einem ZF-Service-Point bringen.
Kfz-Werkstätten haben die Wahl: Das Getriebe selbst ausbauen oder das Auto zu einem ZF-Service-Point bringen. (Bild: Rupert Oberhäuser)

Mit dem zunehmenden Marktanteil von Automatikgetrieben bekommen es die Kfz-Betriebe immer häufiger mit komplexen Schadenbildern zu tun. Schaltet die Automatik nicht hoch, weil sie kaputt ist oder weil ein kaputter Raddrehzahlsensor ihr fälschlicherweise Kurvenfahrt signalisiert? Ist das Getriebe vorzeitig verschlissen, weil ein Produktionsfehler vorliegt oder weil ein schadhafter Luftmassensensor die Ölpumpe mit falschen Lastsignalen versorgt? Solche Fragen lassen sich in der normalen Betriebspraxis nicht so leicht klären – doch nichts ist schlimmer, als wenn ein teuer ausgetauschtes Getriebe wieder versagt, weil der Fehler in der Peripherie lag.

ZF Aftermarket, die Ersatzteilsparte des Getriebeherstellers ZF, will den Kfz-Betrieben deshalb bei der Diagnose von Getriebeschäden helfen und zugleich eine wirtschaftliche Reparatur anbieten. Das Unternehmen hat Ende Januar den Startschuss für ein neues Netzwerk an „Service Points“ innerhalb seines Protech-Werkstattkonzepts gesetzt, die sich auf diese Fehlersuche spezialisiert haben. Derzeit 54 Betriebe deutschlandweit dienen den Kfz-Betrieben – sowohl freien als auch markengebundenen – als Anlaufpunkte für alle Fragen rund um Automatik- (und auch Handschalt-)Getriebe. Und noch mehr: Die eigentliche Reparatur erfolgt – jedenfalls bei größeren Schäden – bei ZF selbst, und zwar im neuen Kompetenzzentrum Pkw-Getriebe in Holzwickede bei Dortmund. Nach dem Motto „Don’t compete with your Customers“ beendet ZF zudem die Auftragsannahme vom Endkunden. Bislang konnte jeder Autofahrer selbst bei den deutschlandweit elf ZF-Serviceniederlassungen vorstellig werden. Künftig sollen allein die Werkstattpartner von ZF den Kundenkontakt übernehmen.

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