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Gewerbekundengeschäft bringt Aufschwung

| Autor: Andreas Grimm

Der Anstieg der Neuzulassungen im Februar ist vor allem auf deutlich gestiegene Auslieferungen an Firmen- und Flottenkunden zurückzuführen. Gleichzeitig hält der Privatmarkt noch immer ein hohes Niveau. Doch beiden Vertriebskanälen drohen Risiken.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Das Geschäft mit Flottenkunden und Gewerbetreibenden hat den Neuwagenabsatz in Deutschland im Februar kräftig nach oben getrieben. Wie aus einer Auswertung der Neuzulassungen durch die Marktforscher von Dataforce hervorgeht, stieg der Absatz an diese Kundengruppe im Februar um 11,5 Prozent. Damit hebt sich dieses Marktsegment nochmals deutlich vom grundsätzlich positiv verlaufenen Neuwagengeschäft im Februar ab (+2,7 %).

Die gute Entwicklung im Flottenmarkt wird mit 67.500 Neuzulassungen auch in absoluten Zahlen deutlich. Wie bereits im Januar (69.100 Flottenzulassungen) wurde in diesem Geschäftsfeld ein neuer Monatsbestwert erreicht. Neben der robusten Nachfrage der Geschäftskunden aufgrund der guten Konjunktur steckt hinter der Entwicklung allerdings ein Nachholeffekt, da Ende 2018 viele Fahrzeuge wegen der WLTP-Umstellung nicht ausgeliefert werden konnten. Entsprechend ist im Jahresverlauf laut Dataforce mit einer weniger dynamischen Entwicklung im Flottengeschäft zu rechnen.

Zum Zulassungsplus beigetragen haben im Februar aber auch die Hersteller, Importeure und Händler. Insgesamt kamen über diese Kanäle gut 78.400 Neuwagen in den Verkehr. Das waren gut 3.500 Einheiten mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil der Eigenzulassungen stieg damit auf 29,1 Prozent. Während die Hersteller ihre Zulassungen um 7 Prozent erhöhten, waren die Händler mit einem Plus von 3,6 Prozent deutlich zurückhaltender.

Deutlich weniger Fahrzeuge nahmen dagegen die Autovermieter ab. Sie brachten im Februar 28.123 Neuwagen auf die Straßen, 6 Prozent weniger als Vorjahresmonat.

Nur leicht rückläufig war im Februar das Privatkundengeschäft. Auf diese Kunden entfielen knapp 95.000 Erstzulassungen. Das sind zwar 1,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, damals hatten aber die ersten Dieseleintauschprämien die Statistik im Privatkundengeschäft außergewöhnlich beeinflusst.

Die weitere Entwicklung im Privatkundengeschäft bleibt abzuwarten. Zuletzt hatte die Wirtschaftsberatung EY darauf hingewiesen, dass die Kauflaune weiterhin durch attraktive Wechselprämien für Fahrer älterer Diesel hochgehalten wird. Gleichzeitig verdunkeln aber politisch-ökonomische Entwicklungen vom Brexit bis hin zu möglichen US-Strafzöllen die wirtschaftliche Entwicklung, so dass die Kauflaune schnell eingebremst werden könnte.

Transportermarkt im Höhenflug

Im Nutzfahrzeugbereich ist von konjunkturellen Sorgen allerdings nichts zu erkennen. Der von Dataforce speziell betrachtete Transportermarkt verzeichnete im Februar ein deutliches Wachstum. In dieser Sonderauswertung wird die Zulassungsentwicklung von leichten Nutzfahrzeugen und Transporter-Modellen mit Pkw-Zulassung analysiert. In dieser Fahrzeuggruppe kletterten die Erstzulassungen im Februar sogar um 13,2 Prozent auf 39.000 Einheiten.

Wachstumstreiber waren auch im Transportermarkt die gewerblichen Neuzulassungen. Allein die Firmen- und Flottenkunden ließen 19.300 Fahrzeuge zu. Damit wuchs der Absatz in dieser Zielgruppe leicht überdurchschnittlich um 13,9 Prozent. Doch auch die zweitgrößte Kundengruppe, der Privatmarkt, nahm noch knapp 9.300 Einheiten auf – ein Plus von 9,5 Prozent. Der Handel weitete seine Transporterzulassungen nur leicht auf 5.800 Einheiten aus (+4,1 %).

Sie wollen mehr wissen? Unter www.kfz-betrieb.de/neuzulassungen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«