Glinicke übernimmt Stöber-Autohäuser

Ähnliche Führungs- und Markenstrukturen

| Autor: Andreas Grimm

Das Autohaus Stöber mit drei Standorten in Nordost-Hessen soll Teil der Glinicke-Gruppe werden.
Das Autohaus Stöber mit drei Standorten in Nordost-Hessen soll Teil der Glinicke-Gruppe werden. (Bild: Stöber)

Die Glinicke-Gruppe hat zum Jahresstart bedeutenden Zuwachs erhalten. Vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der Kartellbehörden gehören die drei familiengeführten Autohäuser der Familie Stöber seit dem 1. Januar zu der ebenfalls familiengeführten Kasseler Autohausgruppe, einem der größten Autohändler in Deutschland.

Mit dem „wohlüberlegten Schritt“ regeln die Inhaber-Familien der Brüder Torsten und Jörn Stöber die langfristige Zukunft der Handelsbetriebe am Stammsitz in Bad Sooden-Allendorf (VW Pkw), in Witzenhausen (VW Pkw)und in Eschwege (Skoda). Das Autohaus Stöber selbst ist dabei nicht ganz klein: 1.700 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufte das Unternehmen zuletzt. Daneben sorgt eine Mietwagenflotte mit 35 Fahrzeugen für die Mobilität der Kunden in Nordost-Hessen.

Die Frage nach der Unternehmenszukunft hatte sich spätestens gestellt, nachdem klar wurde, dass die Kinder der Inhaber beruflich außerhalb der Autobranche aktiv werden wollen. In einem „fast dreijährigen Prozess“ sei letztlich die Wahl auf die Glinicke-Gruppe gefallen, berichtet Andrea Stöber. Beide Inhaberfamilien hätten inhaltlich und menschlich zueinander gefunden. Das ist insofern wichtig, da Torsten und Jörn Stöber in der Glinicke-Gruppe ihre bisherigen Häuser als Geschäftsführer noch einige Jahre führen werden. Zudem gibt es Parallelen in den Unternehmensleitlinien: „Zwei Familienunternehmen, für die Engagement und Herzblut den Erfolg ausmachen“, sagte Glinicke-Geschäftsführer Florian Glinicke.

Auch aus seiner unternehmerischen Sicht ist die Übernahme sinnvoll. Die Stöber-Häuser liegen geografisch zwischen den Glinicke-Standorten Kassel, Göttingen und Erfurt. Die Stöber-Marken VW und Skoda finden sich ebenso im Glinicke-Portfolio und auch mit Mobilitätsdienstleistungen jenseits des reinen Autoverkaufs arbeiten die Kasseler bereits. Und nicht zuletzt hat sich Stöber stark in der Ausbildung des Nachwuchses engagiert, ein Thema das auch der Glinicke-Führung am Herzen liegt. Im Herbst war Stöber etwa mit dem „Autoberufe Award“ des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) ausgezeichnete worden.

Übernahme auf Augenhöhe

Von diesen Erfolgen und Erfahrungen solle nun die weiter wachsende Autohausgruppe profitieren, hatte Florian Glinicke am Freitag, 4. Januar, in einer Betriebsversammlung erläutert, in der er den etwa 130 Mitarbeitern, darunter 20 Auszubildende, die neuen Perspektiven skizzierte. „Wir heißen die neuen Häuser und ihre Mitarbeiter in unserer Gruppe herzlich willkommen“, wird er in einer Mitteilung zitiert. Alle Mitarbeiter werden übernommen.

Für Mitinhaber Torsten Stöber ist der Verkauf der richtige Schritt zur richtigen Zeit. „Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Als Teil eines großen Verbunds sind wir stark genug, uns diesen zu stellen.“ Vor allem für die Anforderungen im Bereich der Digitalisierung sowie des wachsenden Online-Geschäfts seien die Stöber-Standorte unter dem Glinicke-Dach besser gewappnet. Glinicke hat in den letzten Monaten eine eigene Digitalstrategie vorgelegt.

Das Autohaus Stöber hat eine fast 50-jährige Geschichte. Zunächst als Stöber & Schmidt in Bad Sooden-Allendorf gegründet, hatte der Vater der jetzigen Geschäftsführer Torsten und Jörn Stöber später alle Anteile am Unternehmen erworben. Ende der 1980er Jahre gründete die Familie dann den Betrieb in Witzenhausen. Vor sieben Jahren schließlich kaufte man den Skoda-Betrieb in Eschwege. „Innerhalb der vergangenen 30 Jahre haben wir die Zahl der Betriebe verdreifacht und die Zahl der Mitarbeiter verzehnfacht“, blickt Torsten Stöber zurück.

Die Glinicke-Gruppe mit Stammsitz in Kassel wächst mit der Aufnahme der Stöber-Betriebe auf insgesamt 24 Autohäuser in den Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Sie handelt mit den Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Jaguar, Land Rover, Peugeot, Porsche und Hyundai und beschäftigt bislang schon 1.350 Mitarbeiter, davon gut 175 Auszubildende. Im Jahr 2017 verkaufte Glinicke jeweils gut 13.000 Neu- und Gebrauchtwagen.

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