E-Mobilität Go-E Charger – Wallbox zum Mitnehmen

Autor / Redakteur: sp-x / Marie Lücke

Auf die Lieferung einer Wallbox müssen E-Auto-Fahrer oft mehrere Wochen warten, auf die Installation durch den Elektriker noch länger. Mobile Ladestationen wie der Go-E Charger Home+ können hier eine Alternative sein.

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Der Go-e Charger ist eine Wallbox zum Mitnehmen.
Der Go-e Charger ist eine Wallbox zum Mitnehmen.
(Bild: Go-e GmbH)

Eine fest installierte Wallbox ist nicht für jeden Nutzer das richtige. Wer viel unterwegs ist, fährt möglicherweise mit einer mobilen Ladestation besser, die sich Zuhause, im Betrieb oder in der Ferienimmobilie nutzen lässt. Der Go-E Charger Home+ punktet mit günstigem Preis und gelungener Vernetzung. Im Gegenzug muss man allerdings leichte praktische Einschränkungen akzeptieren.

Im Prinzip ist die in Österreich produzierte Ladestation eine Wallbox zum Mitnehmen. Je nach Variante liegt die maximale Ladeleistung bei 11 kW oder 22 kW, die Preise starten im Hersteller-Webshop aktuell bei 680 Euro für das schwächere Modell. Eine KfW-Förderung ist für die mobile Variante nicht möglich, allerdings hat Go-E zum gleichen Preis eine Ausführung („Home fix“) zur festen Montage im Programm, die sich dann für den staatlichen Zuschuss qualifiziert.

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Aufgebaut sind beide Modelle ähnlich. Das rund zwei Kilogramm schwere Kunststoff-Gehäuse im Format eines kleineren Schuhkartons beherbergt die Ladeelektronik, einen LED-Ring für die Statusanzeige, einen Knopf zur Einstellung des Stroms und eine Typ-2-Steckdose, wie man sie von Ladesäulen oder Wallboxen kennt. Für die Verbindung zum Fahrzeug ist daher ein Typ-2-Ladekabel nötig. Die Verbindung zum Netz wird bei der mobilen Ausführung über ein kurzes Kabel an der Stirnseite hergestellt, das mit unterschiedlichen Stecker-Adaptern zu haben ist. Die wichtigsten – Schuko, CEE-rot und CEE-blau – gibt es auch im Set.

Kein Schutz gegen Regen und Schmutz

Allen gemein ist die geringe Länge, die ungefähr der eines Unterarms entspricht. Die knappe Bemessung macht in der Regel eine Wandmontage mit Hilfe der mitgelieferten Adapter-Platte nötig – dort kann der Charger einfach ohne Werkzeug eingehängt und auch wieder abgenommen werden. Das kurze Kabel ist Absicht, denn auf dem Boden liegen sollte der Charger während des Ladens nicht. Vor allem nicht im Freien, denn das Gehäuse ist nicht gegen Regen und Schmutz geschützt. Auch das Überfahren mit dem Auto dürfte die Konstruktion dem Augenschein nach kaum überstehen. Soll die Box wirklich mobil sein, benötigt man demnach streng genommen überall eine passende Wandhalterung, was die Flexibilität einschränkt.

Gute Sicherheitsausstattung

Selbstverständlich muss die örtliche Elektro-Installation für das Laden von E-Autos geeignet sein: Go-E weist beispielsweise auf den nötigen FI-Typ A-Schutzschalter hin. Das Gerät selbst bietet eine gute Sicherheitsausstattung, hat ein FI-Schutzmodul mit Gleichstromerkennung (6mA DC) und eine abschaltbare Erdungserkennung an Bord. Zudem erkennt die Box die an der jeweiligen Quelle mögliche Ladeleistung und stellt sie automatisch ein. Auf Wunsch lässt sie sich manuell weiter herunterregeln.

Punkten kann der Go-ECharger außerdem mit seiner sehr umfangreichen Ausstattung. Die Box wird mit Wandhalterung geliefert, zudem liegt ein RFID-Chip bei, falls eine Zugangsbeschränkung gewünscht ist. Lobenswert: Auch eine Ersatz-Sicherung ist dabei, falls die Box tatsächlich einmal an der falschen Zuleitung angeschlossen war.

Steuerung per Handy-App

Im Alltag wichtiger ist jedoch die standardmäßige Konnektivität. Der Charger lässt sich über ein WLAN-Modul mit dem Internet verbinden und per Handy-App steuern. Darüber hinaus ist auch eine Anbindung an Strompreisbörsen möglich, um besonders günstige Energie zu tanken.

Glanzstück für den normalen Nutzer ist dabei die App selbst, die bei Aufbau, Optik und Bedienung komplett überzeugt – gerade bei vernetzter Elektronik keine Selbstverständlichkeit. Per Handy lässt sich das Stromtanken starten, beenden oder programmieren, die Ladeleistung anpassen und die Zugangskontrolle verwalten. Wer sein Zuhause smart machen will, findet eine API-Schnittstelle vor, die auch das Anbinden von Photovoltaik-Anlagen erleichtert. Auch für intelligentes Lastmanagement gibt es eine Schnittstelle. All das ist vorbildlich übersichtlich und simpel eingerichtet. Selbst Spielereien wie eine Farbwahl für die LED auf dem Gehäuse sind gut integriert und mehr als schale Gags. Die Verbindung zur App kann über WLAN hergestellt werden, wer das am Stellplatz oder in der Tiefgarage nicht hat, kann sich alternativ lokal mit dem Charger verbinden.

Fazit

Preiswert, intelligent und zumindest einigermaßen mobil – der Go-E Charger Home+ bietet ein überzeugendes Paket. Vor allem die gut bedienbare App und die Schnittstellen für Lastmanagement und Photovoltaik machen die Box auch für andere Kundengruppen als Geschäftsreisende und Zweitwohnungsbesitzer interessant.

Technische Daten: Go-E Charger Home+:

  • Abmessungen: 15 x 25 x 9 Zentimeter
  • Gewicht: 2 kg (ohne Typ-2-Kabel)
  • maximale Ladeleistung: je nach Modell 11 kW (400 V/16 A) oder 22 kW (400 V/32 A)
  • einstellbarer Strombereich: 6, 10, 16, 20, 24, 32 A
  • fahrzeugseitiger Anschluss: Typ 2, Adapter für Typ 1 erhältlich
  • Sicherheit: FI-Schutzmodul mit 30 mA AC, 6 mA DC, Adaptererkennung, Schutzklasse IP54, WLAN-Schnittstelle, API-Schnittstelle, RFID, Modbus TCP für die Leistungsregelung
  • Preis: ab 680 Euro

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