Strategische Neuausrichtung Golbeck eröffnet Mobilitätshaus

Autor: Julia Mauritz

Lastenfahrräder sowie eine ganzheitliche Mobilitätsberatung für Kunden und Autohäuser anstelle des klassischen Pkw-Handels: So rüstet sich das freie Berliner Autohaus für die Zukunft.

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Die beiden Generationen des Autohauses Golbeck vor dem Mobilitätshaus, das zentral in Berlin liegt.
Die beiden Generationen des Autohauses Golbeck vor dem Mobilitätshaus, das zentral in Berlin liegt.
(Bild: Stefan Gottschling / Mobilitätshaus)

Das freie Berliner Autohaus Golbeck transformiert seine Filiale in Berlin-Friedrichshain in ein Mobilitätshaus und betreibt dieses neben seiner Meisterwerkstatt nun als separate Ausgründung. In der zentral gelegenen Filiale finden die Kunden eine breite Palette an nachhaltigen Zwei- und Vierrädern – vom elektrischen Lastenrad bis zum elektrischen Kleinsttransporter. Zudem berät das Mobilitätshaus Privatkunden, Flottenbetreiber oder Immobilienentwickler ganzheitlich hinsichtlich nachhaltiger Mobilitätslösungen.

Christoph Golbeck, Mitgründer des Mobilitätshauses und Juniorchef des 1982 gegründeten freien Kfz-Betriebs, der in der Filiale in Berlin-Friedrichshain und an einem zweiten Standort in Berlin-Buch rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, erklärt den Hintergrund für die strategische Neuausrichtung: „Wir sehen unser Mobilitätshaus als Brücke in eine nachhaltigere Zukunft und haben uns für die Gründung einer separaten Gesellschaft entschieden, um als Mobilitäts-Hub offen zu sein für Investitionen und ungewöhnliche Bündnisse“, erläutert Golbeck. Autohäuser sieht er als wichtige Multiplikatoren für eine in der Fläche wirksame Verkehrswende.

Sein Mitgründer, Nachhaltigkeitsberater Sebastian Olényi, ist überzeugt, dass sich jedes Autohaus im Zuge der Veränderung des klassischen Handels- und Service-Geschäftsmodells Gedanken machen sollte, wie es sich künftig strategisch aufstellt: „Wir glauben, dass die Zukunft von Mobilität nachhaltiger, also intermodal, sein muss: eine Kombination von verschiedenen Transportmitteln, gerade in der Stadt, rund um öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder, Roller sowie kleine bis mittelgroße Elektrofahrzeuge und -transporter. Autohäuser müssen diese Transformation mit Beratung und Service ermöglichen und mitgestalten“, erklärt er.

Lastenfahrräder und elektrische Kleintransporter

Im ersten Schritt finden die Kunden im Mobilitätshaus – dank entsprechender Kooperationsmodelle – Lastenfahrräder des Herstellers Citkar, elektrische Kleintransporter von Tropos sowie Klappfahrräder von Brompton. Zudem können sie sich über das Lastenrad-Sharing von Avorcargo informieren sowie über das Mikromobilitätssortiment von Business auf Rädern.

Schrittweise möchte Golbeck nicht nur seine Mobilitätspalette ausbauen, sondern sich auch mit anderen Autohäusern, die sich zum nachhaltigen Mobilitätsanbieter transformieren wollen, vernetzen und Beratungskonzepte, Apps und Softwarelösungen entwickeln.

Nach der Filiale in Berlin-Friedrichshain plant Golbeck auch den Betrieb in Berlin-Buch durch Angebote des Mobilitätshauses zu erweitern. In diesem Zuge hat sich das Familienunternehmen an beiden Standorten vom Kfz-Handel mit Verbrennern getrennt und die Fläche verpachtet. In Berlin-Buch hat am 1. Oktober die Deutsche Automobilberatung (DABAG) das Ruder auf dem Autoplatz übernommen: „Wir sehen das als den idealen Weg, um als freier Kfz-Meisterbetrieb den Service zu stärken, und zugleich Raum und Kapazitäten zu gewinnen für unser neues Geschäftsmodell“, resümiert Golbeck. Schon 2022 plant er, in seinem Betrieb in der Innenstadt rund ein Drittel der Umsätze mit der neuen Mobilität zu erwirtschaften.

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