Golf-Absatz bricht in den USA um 42 Prozent ein

WLTP-Umstellung verhagelt VW-Absatz

| Autor: dpa/gr

Die WLTP-Umstellung sorgte für den Golf in den USA für einen Einbruch des Absatzes.
Die WLTP-Umstellung sorgte für den Golf in den USA für einen Einbruch des Absatzes. (Bild: Volkswagen)

VW bekommt im US-Geschäft die Schwierigkeiten mit der Einführung neuer Abgastestverfahren in der EU zu spüren. Im vergangenen Monat verkaufte die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns in den USA 26.789 Autos und damit acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Montag mit. Auch insgesamt schaltete der US-Markt im November trotz üppiger Rabatte anlässlich des Shopping-Spektakels rund um Thanksgiving einen Gang zurück.

Die großen US-Hersteller legten gemischte Zahlen für den November vor. Während der zweitgrößte US-Autobauer Ford 7,1 Prozent weniger Neuwagen veräußerte und damit schon den dritten Rückgang in Folge hinnehmen musste, schaffte Rivale Fiat Chrysler ein 17-prozentiges Verkaufsplus. Die japanischen Schwergewichte Toyota, Honda und Nissan mussten Einbußen verkraften. US-Marktführer General Motors legt seine Verkaufszahlen nur noch quartalsweise vor. Branchenweit erwarteten Experten ein Absatzminus von zwei Prozent für den US-Markt.

In den Novemberzahlen spiegelt sich laut Stephanie Brinley, Chef-Auto-Analystin von IHS Markit, die neue Normalität der Verbraucherpräferenzen wider. Die Kunden würden weiter stark in SUV und Pick-ups investieren, während der Absatz von Limousinen und klassischen Pkw sinkt. Grundsätzlich befinde sich der Markt auf einem gesunden Niveau. IHS Markit rechnet im laufenden Jahr mit 17,23 Millionen Neuzulassungen in den USA.

Bei VW waren die Auslieferungen nach Unternehmensangaben durch Verzögerungen infolge der Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsstandards WLTP in Europa belastet. Der Absatz der Golf-Familie, die in Europa produziert wird, brach um 42 Prozent ein. Es sei ein schwieriger Monat für die Branche gewesen, sagte Vertriebsmanager Derrick Hatami. Mit starken Zuwächsen bei SUVs konnte VW den Absatzrückgang aber bremsen. Insgesamt sind die US-Verkäufe nach elf Monaten um vier Prozent auf gut 322.000 Autos im Plus.

Der VW-Sportwagentochter Porsche gelang im November ein Verkaufsplus von 2,1 Prozent. Der ebenfalls zum Wolfsburger Autokonzern gehörende Premium-Hersteller Audi meldete einen Absatzrückgang um elf Prozent auf 17.082 Wagen. Bereits im Vormonat waren die Verkäufe insbesondere wegen schwacher Nachfrage beim Q7 um 17 Prozent gesunken.

Der deutsche Oberklasse-Rivale BMW legte bei seiner Stammmarke im November im Jahresvergleich um ein Prozent auf 28.330 Wagen zu. Bei der Tochter Mini gab es einen Rückgang um 12,6 Prozent. Daimler schaffte nach mehreren schwachen Monaten wieder einen leichten Zuwachs - die Hauptmarke Mercedes-Benz USA meldete ein Plus von 0,6 Prozent auf 31.022 Personenwagen.

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