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Golf-Event mit Reisemobilisten

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Neben Golf spielt Autohändler Heinz Dietz auf seiner Event-Tour auch intensiv Parkplatz-Tetris. Denn auf den Stellplätzen vor den Clubhäusern müssen 60 Reisemobile eingewiesen werden.

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Parkplatz-Tetris mit Reisemobilen.
Parkplatz-Tetris mit Reisemobilen.
(Foto: Dietz)

Autohändler Heinz Dietz aus dem unterfränkischen Ebern hat in der vergangenen Woche zum sechsten Mal das für ihn wichtigste Kundenevent des Jahres abgeschlossen – den sogenannten Promobil Golfcup. Die Homepage des Opel-Autohauses vermeldet noch den letzten Anmeldestatus: Ausgebucht. Allerdings nicht von Opel-Kunden. Sondern von Wohnmobilisten, von denen viele nicht einmal seine Kunden sind. Das macht aber nichts – es ist Teil des Konzepts.

Seit 25 Jahren macht Dietz neben seinem Opel-Betrieb Geschäfte mit Wohnmobilen. In einem Zweigbetrieb direkt neben dem Stammsitz arbeitet derzeit ein Team von 15 Mitarbeitern in diesem Geschäftsbereich. Pro Jahr werden hier rund 100 neue Reisemobile vermarktet – vorwiegend aus dem Premiumsegment mit Fahrzeugpreisen über 100.000 Euro. Und im Service generiert Dietz mittlerweile ein Umsatzvolumen, das größer ist als der Erlös seiner Opel-Werkstatt. „Das Nachrüstgeschäft im Wohnmobilbereich bietet großes Potenzial, aber es ist eben auch ziemlich diffizil“, sagt Dietz. Weil sie es zu schätzen wissen, dass das „Freizeitcenter Dietz“ (Dethleffs, Pössl, Sunlight, Concorde, Fiat Transporter) einer der rar gesäten Betriebe mit großem Service-Know-how in Sachen Reisemobile ist, nehmen die Kunden zum Teil hunderte von Kilometern Anfahrt in Kauf.

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Ein Golf-Event passt gut zum Thema Wohnmobil. „In den Clubhäusern gibt es in der Regel gutes Essen und gute Sanitäranlagen. Die Betten bringen wir ja selber mit“, sagt Matthias Hebeler von der Fuldaer Agentur A7, der seinen Freund Heinz Dietz beim Event-Marketing und in der Organisation vor Ort unterstützt. Der Cup umfasst vier Turniere an vier Tagen auf vier verschiedenen Plätzen, die zu den schönsten in Deutschland gehören.

Und im Mittelpunkt sollen der Spaß am Spiel und die Gemeinschaft stehen – dieses Versprechen kann Dietz einlösen, weil das Konzept ohne große Sponsoren auskommt. „Ich will keine Werbeveranstaltung machen“, so der Händler. „Und es redet mir keiner rein.“ Lediglich für die Turnier- und Tombolapreise holt er Anbieter von hochwertigem Zubehör ins Boot – so kann er Preise im beeindruckenden Gesamtwert von rund 10.000 Euro ausloben.

Angereist sind in diesem Jahr 115 Teilnehmer in 60 Wohnmobilen – 97 davon spielen aktiv mit. Gar nicht so einfach, 60 Überlänge-Fahrzeuge auf dem Parkplatz eines Golfplatzes einigermaßen vernünftig anzuordnen. Aber Matthias Hebeler versichert: „Ich war schon immer ein guter Tetris-Spieler.“ Ist die Gruppe angekommen, geht’s sofort raus auf den Platz. In Vierergruppen mit etwa gleichstarken Spielern zieht der Trupp über die Anlage. Zur Halbzeit trifft man sich zum Imbiss im Clubhaus. Auf jedem Platz wird ein Tagessieger ausgespielt – es gibt also nach dem Abendessen auch immer mindestens einen Anlass, um gemeinsam weiterzufeiern. Am nächsten Morgen zieht die Karawane dann nach dem Frühstück weiter zum nächsten Platz. Gespielt wurde dieses Jahr auf vier Golfplätzen im Dreieck zwischen Nürnberg, Regensburg und Weiden. Das Finale fand auf dem aufwendig modellierten Terrain des Jura-Golf-Parks in Velburg statt.

Ohne Eventagentur

Kostenseitig plant Heinz Dietz 40.000 Euro für den Event ein. Dem gegenüber stehen die Einnahmen durch die Teilnehmergebühren von rund 50.000 Euro. Das Plus relativiert sich allerdings für den Händler, da er selbst viel Arbeit in die Tour steckt. Eine Eventagentur spart sich Dietz – bei der Durchführung wird er lediglich durch zwei Helfer beziehungsweise Mitarbeiter unterstützt.

Natürlich zahlt der Golfcup auch auf die Kundenbindung des Autohauses ein. Etwa ein Fünftel der Teilnehmer, so sagt Dietz, beauftragen später zum ersten oder wiederholten Male Servicearbeiten, eine Handvoll kauft bei ihm auch ein Fahrzeug. Eine mindestens genauso große Motivation ist für Heinz Dietz aber unverkennbar die Leidenschaft für das Golfen und das Reisen im eigenen rollenden Concorde-Ferienappartment. Dieser Spaß lässt ihn auf der Tour so unnachgiebig seine Gäste umsorgen, dass die ihn immer öfter den „Herbergsvater“ nennen.

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