GP Ice Race: Rallye-Vergnügen im Eis verdoppelt Fan-Gemeinde

Auf Brettern hinterm Rennwagen

| Autor: Steffen Dominsky

Oldtimer und Skijöring: Diese spektakuläre Verbindung zeigte zum zweiten Mal das GP Ice Race in Zell am See.
Oldtimer und Skijöring: Diese spektakuläre Verbindung zeigte zum zweiten Mal das GP Ice Race in Zell am See. (Bild: Matthias Knödler)

Im Oldtimer auf Spikereifen auf Eis um einen Rundkurs driften. Oder noch besser: als tollkühner Skifahrer von einem Wagen per Seil gezogen um einen ebensolchen „brettern“. Ein Eisrennen – oder besser gesagt dessen moderne Auflage – wie das im letzten Jahr im österreichischen Zell am See-Kaprun wiederbelebte scheint voll den Nerv der Zeit bzw. der Automobilfans zu treffen. Wie sonst sollte man sich den Erfolg der Veranstaltung erklären: Von 2019 auf 2020 hatte sich die Zahl der Besucher glatt verdoppelt – von 8.000 auf 16.000. Verständlich, dass diese Tatsache auch die Organisatoren vor die eine oder andere Ver- und Entsorgungsherausforderung stellte. Aber das sei den Machern des GP Ice Race verziehen. Schließlich kamen die Besucher in erster Linie aufgrund des erhofften Spektakels. Und das bekamen sie!

Einer der absoluten Höhepunkte in diesem Jahr war Ski-Superstar Marcel Hirscher aus Österreich, zweimaliger Olympiasieger und siebenmaliger Weltmeister. Der pilotierte einen 580 PS starken Audi S1 EKS WRX Quattro. Obendrein zeigte Hirscher seine Fähigkeiten auf Skiern beim sogenannten Skijöring: Er ließ sich, seine Bretter unter den Füßen, hinter einem Wagen um den Kurs ziehen. Ski-Ass Frank Woerndl tat es ihm gleich und ließ sich beim Skijöring von einem DKW F91 aus dem Jahr 1955 ziehen. Die Rennfahrerlegende Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck umrundete die Strecke in Zell am See in seinem Formel-1-Boliden aus dem Jahr 1976, einem Jägermeister March-Cosworth 741. Der Renner war mit Doppelbereifung mit Spikes an der Hinterachse unterwegs, um die 480 PS auf die Piste zu bringen. Der V8-Motor lieferte brüllenden Sound bei 11.200 Touren.

Beim GP Ice Race boten nahezu 150 Teilnehmer spektakulären Motorsport. Die acht Wettkampfklassen reichten von modernen Rallyeboliden über klassische Automobile und Buggys bis hin zu besagtem Skijöring. Die Allradklasse gewann der Österreicher Simon Wagner (Skoda Fabia Rally2 Evo), bei den zweiradangetriebenen Tourenwagen siegte Porsche-Werksfahrer Richard Lietz, am Start mit seinem privaten Porsche 911. Wolfgang Zobl war der Schnellste bei den Buggys, der frühere österreichische Rallye-Staatsmeister Kris Rosenberger gewann mit seinem Porsche 911 die Klassikwertung. In der Skijöring-Klasse mit zweiradangetriebenen Fahrzeugen zog Richard Lietz Skiläufer Matteo Fleischmann mit seinem Porsche 911 zum Sieg. Bei den Allradlern der Skijöring-Kategorie gewannen Helmut Hauser (Fahrer eines Mitsubishi Lancer Evo X) und Josef Eberharter.

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