Grand Prix Monaco Historique: Wiederbelebte Oldtimer-Boliden

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Zum achten Mal sind legendäre Rennwagen verschiedener Epochen durch die Häuserschluchten Monte Carlos gedonnert. Wer an der Monaco Historique teilnimmt, kennt kein Pardon.

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Jacky Ickx im Auto Union Typ C von 1936.
Jacky Ickx im Auto Union Typ C von 1936.
(Foto: sp-x)

Jacky Ickx setzt den Rennhelm auf, so wie er es schon tausende Male zuvor in seinem Berufsleben gemacht hat. Nur diesmal kämpft der ehemalige Rennfahrer, der zu den Besten seiner Zunft zählte, nicht um den Sieger-Lorbeer. Mit einem Auto Union Typ C von 1936 hat er einen Starauftritt kurz vor dem Startschuß zum 8. Grand Prix Monaco Historique.

Die von Ferdinand Porsche entwickelte silberne Zigarre hat 520 PS, die sie in ihrer Glanzzeit mit Bernd Rosemeyer am Steuer auf bis zu 340 Stundenkilometer katapultierten. Diesen historischen Vorsprung durch Technik wird der 67-jährige diesmal nicht unter Beweis stellen. Nicht nur, weil heute noch solche Tempi auf dem Rundkurs durch Monte Carlo nicht gefahren werden können. Sondern auch, weil es für den Blutdruck von Audi-Chef Rupert Stadler und den Bewahrern der Tradition in Ingolstadt nicht förderlich wäre. Der Bolide ist ein Solitär und vermutlich unbezahlbar.

Berühmteste 3,4 Kilometer der Welt

So unbezahlbar ist auch das, was passiert, wenn der Typ C von Jacky Ickx zum Leben erweckt wird. Die kontrollierten Explosionen in seinen 16 Zylindern entwickeln ein infernalisches Gebell, dessen Schallwellen die Umstehenden erschrocken zurückprallen lassen, ehe er Fahrt aufnimmt, um unter großem Applaus die seit 1929 wohl berühmtesten 3,4 Kilometer der Welt zügig zu passieren. Diese Beschleunigung ist eine gute Vorbereitung auf das, was noch kommen wird.

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Denn die rund 400 klassischen Grand Prix-Fahrzeuge, die am Wochenende der Historique um eine Trophäe aus den Händen von Fürst Albert ringen, können durchaus mit dieser Verbrennungsmusik mithalten. Nur, dass sie wesentlich schneller fahren dürfen, und auch müssen. Die Lautuntermalung reicht von dem machtvollen Grummeln, der die Bugattis oder Alfa Romeos aus den dreißiger Jahren ankündigt bis zum hochdrehenden Kreischen der McLarens, Marchs, Ferraris oder Surtees, die vor 1985 konstruiert wurden.

Wer an diesem historischen Grand Prix im mondänen Stadtstaat teilnimmt, schont weder sich noch die Maschine. Und investiert sehr viel Geld in dieses aufwändige Hobby, dessen Glamour die öl- und rußverschmierte Rennromantik ist. Vor der berühmten Kulisse des Yachthafens sind traditionell die Fahrerlager und die Boxengasse aufgebaut. Die Unterhaltskosten für die historischen Rennwagen komplett mit Spezialmechanikern dürften dem Gegenwert eines Millionärsschiffs mühelos entsprechen. Neben einigen Deutschen, die mit ihren Klassikern angereist waren, sind es vor allem die Engländer, die im Geist einstiger tollkühner Gentlemen um die Kurven rasten. Aber auch Paolo Barilla, früher selbst Rennfahrer ehe er Lenker des italienischen Nudelimperiums wurde, war mit einem Martini MK34 am Start.

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