Ultraschnelle Ladesäulen Großer Schub für E-Autos?

Autor / Redakteur: dpa/SP-X / Lena Bromberger

Aral will den Bau ultraschneller Ladesäulen für E-Autos beschleunigen und auch die Bundesregierung hat ambitionierte Pläne. Eine Analyse bescheinigt den Schnellladern großes Anschub-Potenzial für den E-Autos-Absatz.

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Der Ausbau der Ladeinfrastruktur nutzt auch den E-Auto-Verkäufen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur nutzt auch den E-Auto-Verkäufen.
(Bild: ENBW)

Marktführer Aral will sein Netz an High-Speed-Ladesäulen für Elektroautos schneller ausbauen als geplant. Bis Jahresende soll es deutschlandweit 500 ultraschnelle Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt geben, teilte Aral am Dienstag mit. Die Ultraladesäulen sollen an 120 Tankstellen zu finden sein. Die entsprechende Akkutechnik vorausgesetzt, könne an der Ultraschnellladesäule ein Fahrzeug innerhalb von zehn Minuten Strom für eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern aufnehmen. Das Laden gehe in etwa so schnell wie das Tanken an der Zapfsäule.

Ladepunkte sollen verfünffacht werden

„Unser E-Angebot nimmt Fahrt auf. Wir werden die Anzahl unserer Ladepunkte in diesem Jahr verfünffachen“, kündigt Aral-Vorstand Patrick Wendeler an. Bis Ende Februar will der BP-Konzern hierzulande rund 100 Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 300 oder 350 Kilowatt an 25 Tankstellen in Eigenregie in Betrieb haben.

Bundesregierung will Schnellladenetz vorantreiben

Die Bundesregierung hatte bereits in der vergangenen Woche einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, mit dem der Aufbau eines Schnellladenetzes vorangetrieben werden soll. Geplant sind 1.000 „Schnellladehubs“ mit jeweils mehreren Ladepunkten bis zum Jahr 2023. Die Stationen sollen eine Leistung von über 150 Kilowatt haben. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es aktuell rund 800 Ladepunkte über 150 Kilowatt, etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladepunkte.

Ausbau der Lademöglichkeit von Region abhängig

Ein Wachstum des Normal-Ladenetzes um zehn Prozent würde die Zahl der Neuzulassungen um 5,4 Prozent steigen lassen, hat eine aktuelle Analyse des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI ergeben. Der Effekt von Schnellladestationen könnte sogar viermal so groß sein.

Wie stark der Ausbau von Lademöglichkeiten die Nachfrage nach E-Autos anfeuert, ist regional allerdings sehr unterschiedlich: In dicht besiedelten Gebieten wie im Rhein-Main- oder Ruhrgebiet befeuern Ladepunkte die Verbreitung von Elektrofahrzeugen deutlich mehr als im ländlichen Raum. Auch in Gebieten mit hohen Kraftstoffpreisen ist der Effekt stärker.

„Bislang wurden vor allem Elektrofahrzeuge subventioniert, um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Wenn nun mehr in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investiert wird, könnte die Nachfrage nach Elektroautos deutlich steigen“, heißt es in dem RWI-Papier. Die Forscher plädieren vor diesem Hintergrund für eine gezielte regionale Förderung von Ladestationen.

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