Großer Zuwachs bei Wasserstoff- und Stromtankstellen

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Es kommt Bewegung in die Infrastruktur für den Elektroantrieb. Gleich drei Initiativen wollen über 2.000 neue Schnellladesäulen aufstellen.

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Es geht aufwärts mit der Infrastruktur für Elektroautos.
Es geht aufwärts mit der Infrastruktur für Elektroautos.
(Foto: Schmidt)

Ein Grund für die bisher nur mageren Verkaufszahlen von Elektroautos soll neben dem fehlenden Modellangebot auch die äußerst dünne Ladeinfrastruktur sein. Letzterem wollen sich nun gleich zwei neue Projekte annehmen: SLAM und Charge Lounge. Damit außerdem die Brennstoffzellenfahrzeuge leichter an ihren Kraftstoff kommen, hat die Clean Energy Partnership (CEP) 50 neue Standorte für Wasserstofftankstellen festgelegt, die bis Ende 2015 in Betrieb gehen sollen.

Doch der Reihe nach: Mit dem Projekt „Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“ (SLAM) wollen die Autohersteller BMW, Daimler, Porsche, VW, das Energieversorgungsunternehmen ENBW, die Universität Stuttgart und die RWTH Aachen bis zum Jahr 2017 insgesamt 400 neue Schnellladesäulen für Elektroautos errichten. Die AC- und DC-Ladepunkte sollen in erster Linie für den europäischen Stecker-Standard CCS (Combined Charging System) geeignet sein.

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„Wir haben uns untereinander und mit unseren europäischen Partnern abgestimmt, um gemeinsame Ladestandards zu entwickeln“, fasst Elmar Frickenstein, Leiter Elektrik, Elektronik und Fahrerlebnisplatz bei BMW, stellvertretend für alle teilnehmenden Automobilhersteller die Arbeit der vergangenen Jahre zusammen. „Nachdem wir einen europaweit gültigen gemeinsamen Schnellladestandard festgelegt haben, möchten wir diesen nun auch schnell auf der Straße umgesetzt sehen.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) unterstützt SLAM durch ein vorbereitendes und begleitendes Forschungsprojekt. Es umfasst die Entwicklung von Betreiber- und Geschäftsmodellen, die Erarbeitung von Kriterien für geeignete Standorte sowie den Aufbau eines Forschungsladenetzes.

Partner gesucht

SLAM ist derzeit noch auf der Suche nach Partnern, die in Schnellladesäulen investieren und dabei auf die Unterstützung durch das Projekt zurückgreifen möchten. Den Anfang macht der Deutsche Genossenschafts-Verlag. Ein Pilotprojekt innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken und Raiffeisenbanken soll die Akzeptanz von Schnellladesäulen testen. „Unsere Ladesäulen sind jedoch nicht nur für die Bankkunden da“, erläutert Verlagschef Peter Erlebach. „Sie werden öffentlich zugänglich sein.“ Mindestens 20 Säulen sollen bereits bis zum 30. September 2014 einsatzbereit sein.

Locker Laden

Einen ganz neuen Ansatz verfolgt die Charge Lounge. Nach dem Vorbild der Vielflieger-Lounges der Fluggesellschaften will das unter Initiative der Fraunhofer IAO gestartete Projekt das Laden von Elektroautos so angenehm wie möglich gestalten. Deshalb bieten die Charge Lounges zusätzlich zum Ladepunkt auch einen kostenfreien Kaffee in einer Lounge. Außerdem sollen die in speziellen Containern untergebrachten Räume einen freien WLAN-Zugang bieten und einen kleinen Konferenzraum, in dem auch Videokonferenzen möglich sind.

Ein Batteriepufferspeicher soll dafür sorgen, dass die Charge Lounge mit niedriger Leistung und entsprechend niedrigen Kosten ans Netz angeschlossen werden kann und trotzdem eine hohe Ladeleistung bereitstellt. Jeweils drei Schnellladestationen mit allen verfügbaren Ladestandards sollen zudem gewährleisten, dass man mit jedem schnellladefähigen Fahrzeug an jedem Container Strom bekommt.

In einem ersten Schritt sollen nun erst einmal zehn Prototypen zeigen, dass das Konzept auch funktioniert. Danach sollen in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 1.000 dieser Container aufgestellt werden. Knackpunkt sind jedoch die Kosten von rund 250.000 Euro pro Charge Lounge. Allerdings hat das Charge-Lounge-Konsortium insgesamt 19 Partner und Förderer, darunter Tank&Rast, die auf ihren Autobahnraststätten Standorte zur Verfügung stellen wollen.

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