GTÜ ermittelt leicht rückläufige Mängelquoten

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die Zahl der Pkw, die ohne Mängel durch die Hauptuntersuchung kommen, ist leicht gestiegen. Laut der GTÜ geht dies auf ein steigendes Wartungsbewusstsein zurück. Ältere Pkw bleiben dennoch ein Sorgenkind.

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Die Zahl der Pkw, die ohne Mängel zur Hauptuntersuchung vorgestellt wurden, ist im ersten Halbjahr 2012 gestiegen.
Die Zahl der Pkw, die ohne Mängel zur Hauptuntersuchung vorgestellt wurden, ist im ersten Halbjahr 2012 gestiegen.
(Foto: GTÜ)

Zum Auftakt der Automechanika in Frankfurt hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) aktuelle Eckdaten zum Servicemarkt vorgelegt. Den Angaben der Sachveständigen-Organisation zufolge ist die Zahl der Pkw, die mit technischen Mängeln zur Hauptuntersuchung (HU) vorgestellt wurden, zuletzt leicht zurückgegangen.

Der GTÜ-Statistik zufolge war über die Hälfte aller vorgestellten Fahrzeuge (50,3 Prozent) im ersten Halbjahr 2012 ohne Mängel. „Die Anzahl der Fahrzeuge ohne Mängel ist zwar gestiegen. Da das Werkstattgeschäft rückläufig ist, prognostizieren wir, dass der Anteil der Autos ohne Mängel im nächsten Jahr wieder abnehmen wird“, sagte GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi. Die Angaben zur Mängelquote stützen sich auf die Auswertung von 2,1 Millionen Untersuchungen an Pkw, die die Prüfingenieure im Berichtszeitraum abnahmen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 4,3 Prozent. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen von 3,8 Millionen Hauptuntersuchungen aus.

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Der Anteil der Stuttgarter Sachverständigenorganisation an den Hauptuntersuchungen ist auf 14,2 Prozent gestiegen. „Damit hat die GTÜ ihren Vorsprung als Deutschlands größte amtlich anerkannte Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger weiter ausgebaut“, so de Biasi.

Erfreulich an der Entwicklung der Mängelquote ist zugleich, dass die GTÜ-Prüfer weniger verkehrsunsichere Pkw oder Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln entdeckten. Die Quote dieser sicherheitsgefährdenden Autos sank um 0,5 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent im ersten Halbjahr 2012. Stärker noch machte sich der bessere Zustand der Pkw bei den Fahrzeugen mit geringen Mängeln bemerkbar. Diese Quote sank binnen Jahresfrist von 32,3 Prozent auf 30,6 Prozent.

Zwei Drittel der älteren Pkw haben Mängel

Die GTÜ führt diese Entwicklung auf ein gewachsenes Wartungsbewusstsein der Autofahrer zurück. „Die Zahl der Pkw, die zum Service in die Werkstatt gebracht werden, ist wieder deutlich gestiegen“, konstatierte Rainer Süßbier, Technischer Leiter der GTÜ. Laut dem DAT-Report seien im Jahr 2010 nur 39 Prozent der Fahrzeuge zur Inspektion in die Werkstatt gefahren, im Jahr 2011 bereits 44 Prozent. Im laufenden Jahr habe sich diese Entwicklung weiter stabilisiert.

Sorgenkind der Sachverständigen bleiben die älteren Fahrzeuge, die in der Mängelstatistik überproportional häufig auftauchen: Während die Prüfer bei 100 Autos mit einem Alter bis drei Jahre nur 21 Mängel fanden, spürten sie in der Altersklasse über neun Jahre beachtliche 224 Mängel auf, also gut zehnmal mehr. Von den zur HU vorgeführten sechs bis sieben Jahre alten Pkw hatten 37 Prozent Mängel. Diese Quote stieg bei den über neun Jahre alten Fahrzeugen auf knapp 69 Prozent.

Spitzenreiter in der GTÜ-Statistik ist über alle Altersklassen hinweg mit 24,8 Prozent die Mängelgruppe „Beleuchtung und Elektrik“. Auf Platz zwei liegen mit 18,5 Prozent die Mängel an der Bremsanlage. Den dritten Platz belegen „Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen“ mit 16,9 Prozent.

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