GTÜ: Oldtimer meist tipptopp

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die Prüforganisation GTÜ zieht bei Vorkriegsfahrzeugen und 30 bis 40 Jahre alten Klassikern ein überwiegend positives Fazit. Problematisch sind häufig An- und Umbauten.

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Bei GTÜ-Partnern sind Old- und Youngtimer in guten Händen.
Bei GTÜ-Partnern sind Old- und Youngtimer in guten Händen.
(Foto: GTÜ)

Oldtimer befinden sich in der Regel in einem guten technischen Zustand. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ. Aktuell hat das Prüfunternehmen Vorkriegsfahrzeuge und Klassiker der Altersgruppe 30 bis 40 Jahre genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse stellten die Stuttgarter jetzt auf der Messe Retro Classics vor. Demnach ergattern mehr als die Hälfte der Klassiker (53,5 Prozent) bei der Hauptuntersuchung (HU) die neue Prüfplakette bereits im ersten Anlauf.

Mit Erreichen des Oldtimer-Alters sinkt die Mängelzahl der Pkw mit H-Kennzeichen auf deutlich unter 50 Prozent. Bei den 30 bis 40 Jahre alten Autos sind 29,8 Prozent der Klassiker mit „geringen Mängeln“ unterwegs. Der Anteil der „erheblichen Mängel“ liegt laut GTÜ bei 16,7 Prozent. Auch bei den von Prüfingenieuren 2015 im Rahmen der HU untersuchten Oldtimern wurden am häufigsten Mängel in den Baugruppen „Bremsanlage“, „Beleuchtung und Elektrik“, „Achsen, Räder, Reifen“ und „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“ festgestellt.

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Anders ist die Lage bei Klassikern aus der Vorkriegszeit: Bei den für den Straßenverkehr zugelassenen Oldtimern der Baujahre 1920 bis 1940 sind über 80 Prozent der Fahrzeuge in meist sehr gepflegtem Zustand und ohne jegliche Mängel unterwegs. Lediglich 15 Prozent der historischen Fahrzeuge aus diesem Zeitraum weisen „geringe Mängel“ auf, bei nur 4,7 Prozent stellten die GTÜ-Prüfingenieure „erhebliche Mängel“ fest.

An- und Umbauten: Was geht?

Welche Arten von An- und Umbauten gefährden die Einstufung des Fahrzeugs als Oldtimer und damit die Erlangung einer H-Zulassung? Als Grundsatz gilt hier: Die technischen Weiterentwicklungen von Kraftfahrzeugen und insbesondere die Sicherheitsstandards der letzten Jahrzehnte lassen sich nicht zugunsten einer Historiendebatte wegdiskutieren. Die Aufrüstung mit modernen Alternativantrieben wie Gas-, Elektro- oder Hybridmotoren ist bei einem Vorkriegswagen verständlicherweise nicht zeitgenössisch und wird nicht toleriert.

Gleiches gilt im Fall „modern und bequem“: Dazu gehören jene Aufrüstungen, die zwar ein gewisses Maß an Komfort versprechen, aber nicht als Nachrüstung in Bezug auf Sicherheit durchgehen können. Die Rede ist etwa von Werbung mit Websiten, QR-Codes, Folierung, digitalen Radios und CD-Wechslern sowie elektronischen Einparkhilfen. Hier ist im Sinne von historischem Kulturgut der Ein- und Umbau abzulehnen, erklärt GTÜ-Oldtimerexperte Bastian Schonauer.

Wenn es um Sicherheit geht, gelten allerdings andere Regeln. So ist es zwar zulässig, einen Oldtimer ohne serienmäßig eingebaute Sicherheitsgurte auch weiterhin ohne Gurte zu fahren (Originalausstattung). Hier wird eine Nachrüstung, wenn fachgerecht ausgeführt, im Rahmen einer H-Zulassung aber akzeptiert. Ein ebenfalls kontrovers diskutiertes Thema ist die Aufrüstung des elektrischen Bordnetzes von 6 Volt auf 12 Volt. Das ist schon durch wenige Maßnahmen möglich. Auch ein solcher Umbau wird in der Regel keine Probleme im Hinblick auf die Originalität des Fahrzeugs machen.

Neuer Ratgeber vorgestellt

Auf der Retro Classics stellte die GTÜ zudem ihren neuen Oldtimer-Ratgeber vor. Auf 76 Seiten finden Interessierte Expertenratschläge zur erfolgreichen Suche nach dem Traumwagen, Tipps zum unbeschwerten Oldtimerkauf und zur Wertermittlung des Schätzchens. Die Wahl des richtigen Kennzeichens und der Zulassung werden ebenso beleuchtet wie das Einmaleins der Oldtimer-Versicherung. Beim Werterhalt des Klassikers dreht sich alles um Pflege, Wartung, Reparatur und Ersatzteilsuche.

Worauf bei An- und Umbauten im zeitgenössischen Stil zu achten ist und was der GTÜ-Rundum-Service sowie die Oldtimer-Datenbank Klassik-Besitzern bieten, beschreiben anschaulich die GTÜ-Classic-Partner, die gemeinsam mit anderen Experten die Beiträge für den Ratgeber verfasst haben. Der neue Ratgeber kann über die GTÜ-Zentrale in Stuttgart per E-Mail an vertrieb@gtue.de angefordert werden. Zudem ist er kostenfrei bei den teilnehmenden GTÜ-Partnern vor Ort erhältlich.

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