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GTÜ-Reifentest: Mit den „Zweiten“ fährt man nicht ganz so gut

Autor: Jan Rosenow

Die GTÜ hat in diesem Jahr Zweitmarken sowie weniger bekannte Fabrikate getestet. Sie bieten solide Leistungen, aber nur ein einziger bekam die Note „sehr empfehlenswert“.

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Die Tests auf nasser Straße hatten den größten Einfluss auf das Endergebnis.
Die Tests auf nasser Straße hatten den größten Einfluss auf das Endergebnis.
(Bild: Tschovikov/GTÜ)

Im diesjährigen Sommerreifentest der GTÜ und des ACE (Auto Club Europa) standen Produkte von Zweitmarken der großen Hersteller sowie weniger bekannte Fabrikate im Fokus. Getestet haben die Stuttgarter Reifenprofis neun Reifen der verbreiteten Dimension 215/55 R17 für kompakte SUVs und Mittelklasse-Kombis. Die Tests fanden im November 2019 auf dem Bridgestone-Gelände in Italien statt.

Zum Test traten die folgenden Produkte an:

  • Maxxis Premitra 5 (Hersteller: Cheng Shin, Taiwan)
  • Sava Intensa UHP 2
  • Fulda Sportcontrol 2 (Hersteller bei beiden: Goodyear, USA)
  • Apollo Aspire XP (Hersteller: Apollo, Indien)
  • Toyo Proxes Sport (Hersteller: Toyo, Japan)
  • Kleber Dynaxer HP4 (Hersteller: Michelin, Frankreich)
  • Firestone Roadhawk (Hersteller: Bridgestone, Japan)
  • Hankook Ventus Prime 3 (Hersteller: Hankook, Südkorea)
  • Avon ZV7 (Hersteller: Cooper, USA)

Die Tester prüften alle Probanden im Hinblick auf Sicherheit bei Nässe sowie auf trockenen Straßen, auf Rollwiderstand und Wirtschaftlichkeit. Dabei hatte der Nasstest den größten Einfluss auf die Endnote. Der Preis für vier Reifen wurde ebenfalls berücksichtigt, die Lebensdauer aber nicht. Von den neun getesteten Reifenmodellen erreichte einzig der Maxxis Premitra 5 die Bestnote „sehr empfehlenswert“. Vier Fabrikate erhielten das Prädikat „empfehlenswert“: Sava Intensa UHP 2, Fulda Sportcontrol 2, Apollo Aspire XP sowie der Toyo Proxes Sport. Die restlichen vier Testmodelle schnitten lediglich mit „bedingt empfehlenswert“ ab.

Überraschungssieger aus Taiwan muss sich vor Premiumreifen nicht verstecken

Große Leistungsunterschiede zwichen den Testreifen zeigten sich vor allem auf nasser Straße – zum Vergrößern bitte klicken.
Große Leistungsunterschiede zwichen den Testreifen zeigten sich vor allem auf nasser Straße – zum Vergrößern bitte klicken.
(Bild: GTÜ)

Besonders bei den Testfahrten auf nasser Straße zeigten sich die Leistungsunterschiede der günstigen Reifen im Vergleich zu den Spitzenprodukten der Premiummarken. Keiner der neun Kandidaten erlangte in der Kategorie „Sicherheit bei Nässe“ bemerkenswerten Ruhm. Bei 20 Grad Celsius Streckentemperatur vergingen je nach Reifensatz zwischen 26,5 und 28,8 Meter, um das Testfahrzeug Audi Q2 von 80 km/h bis zum Stillstand zu bremsen. Trotzdem lieferten Fulda, Toyo, Kleber und Maxxis respektable Werte.

Auf trockener Strecke konnten alle getesteten Reifen überzeugen, die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken waren äußerst gering. Die Spitzengruppe besteht aus Maxxis, Sava, Hankook, Fulda und Toyo. Sie bieten laut GTÜ ein gutes Lenkverhalten, untersteuern kaum und überzeugen auch in den technisch anspruchsvollen Streckenabschnitten durch guten Grip. Der Maxxis war dabei der schnellste Reifen.

Aus ihren Testergebnissen zogen die Reifenexperten von GTÜ und ACE den Schluss, dass auch weniger bekannte Marken solide Ergebnisse liefern können. Am meisten überrascht jedoch der Testsieger Maxxis Premitra 5. Der Reifen aus Taiwan überzeugte mit guten Werten vor allem auf nasser Fahrbahn und muss sich auch vor Premiumreifen nicht verstecken. Ebenfalls spektakulär das Abschneiden des Sava Intensa UHP2, der hierzulande günstigsten Marke aus dem Goodyear-Dunlop-Konzern.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group