GTÜ-Report: Leichter Rückgang der Pkw-Mängel

Autor: Andreas Wehner

39,2 Prozent der über die GTÜ untersuchten Pkw wiesen technische Mängel auf. Im Vorjahr waren es noch 39,8 Prozent. Eine Rückkehr zur alten HU-Fälligkeitsregelung sei dennoch nötig.

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Rainer Süßbier, Technischer Leiter der GTÜ
Rainer Süßbier, Technischer Leiter der GTÜ
(Foto: Wehner)

Die Gesamtzahl der Pkw-Mängel bei der Hauptuntersuchung (HU) ist leicht rückläufig. Das besagt der aktuelle GTÜ-Mängelreport für das erste Halbjahr 2014, den die Sachverständigenorganisation am Dienstag auf der Automechanika in Frankfurt vorstellte. 39,2 Prozent der von den GTÜ-Prüfingenieuren untersuchten 2,1 Millionen Pkw wiesen technische Mängel auf. Im Vorjahr waren es nach Angaben der Prüforganisation noch 39,8 Prozent.

Die GTÜ führt den Rückgang der mängelbehafteten Fahrzeuge sowie die zunehmende Zahl mängelfreier Pkw auf ein gestiegenes Wartungsbewusstsein der Fahrzeughalter und die damit einhergehende höhere Wartungshäufigkeit der Fahrzeuge zurück. „Auch die stetig verbesserte Produktqualität der Autos leistet hier ihren Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.“, sagte Rainer Süßbier, Technischer Leiter der GTÜ.

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Dennoch sind 22,7 Prozent der HU-geprüften Pkw mit erheblichen Mängeln unterwegs. Vor allem an den Bremsen, der Elektrik und der Beleuchtung stellten die Prüfingenieure zahlreiche sicherheitsrelevante Mängel fest. Nach Berechnungen der GTÜ fahren von den 43,9 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw 8,6 Millionen mit Bremsenmängeln und 13 Millionen mit Beleuchtungs- und Elektrikmängeln auf den Straßen. Damit sei jeder fünfte Pkw mit Mängeln an der Bremsanlage unterwegs.

Naturgemäß nahm die Zahl der Mängel mit steigendem Fahrzeugalter zu: Waren im ersten Halbjahr in der Altersklasse bis drei Jahre 8,7 Prozent der Pkw mit Mängeln auf der Straße, so steigt der Wert bei Fahrzeugen, die älter als neun Jahre sind, auf den Spitzenwert von über 55,3 Prozent.

Ein großes Problem stellt nach Ansicht von Süßbier die steigende Zahl der HU-Überzieher dar. Die Statistik zeige ein umso höheres Fahrzeugalter, je länger ein Halter den eigentlichen HU-Termin überziehe. „Und wie nicht anders zu erwarten, nehmen auch die Mängelraten zu“, sagte Süßbier. Er forderte, wieder zur alten Fälligkeitsdatierung zurückzukehren. Heutzutage darf die AU bis zu zwei Monate überzogen werden, bevor eine erhöhte Prüfgebühr fällig wird. Zudem gilt die Frist bis zur nächsten HU ab dem Datum der Durchführung. Früher lief die Frist ab dem Tag der eigentlichen Fälligkeit der HU. „Seit Inkrafttreten der neuen Regelung stellen wir fest, dass die Zahl der Überzieher immer mehr ansteigt“, ergänzte GTÜ-Chef Rainer de Biasi.

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Redakteur Newsdesk Automotive