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GTÜ-Statistik: Umweltrelevante Mängel sind neuer Spitzenreiter

| Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Andreas Grimm

Eine gefühlte Ewigkeit waren Beanstandungen wegen der Fahrzeugelektrik und -beleuchtung der häufigste Grund für nicht bestandene Hauptuntersuchungen. Das hat sich laut der GTÜ-Mängelstatistik für das 1. Halbjahr 2018 nun geändert.

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Fast jedes fünfte Fahrzeug fiel wegen einem erheblichen Mangel durch die Hauptuntersuchung. Die häufigste Ursache waren Verstöße gegen Emissions- und Umweltvorschriften.
Fast jedes fünfte Fahrzeug fiel wegen einem erheblichen Mangel durch die Hauptuntersuchung. Die häufigste Ursache waren Verstöße gegen Emissions- und Umweltvorschriften.
(Bild: GTÜ)

Es gibt einen neuen Mängel-Spitzenreiter bei den Hauptuntersuchungen: 27 Prozent der geprüften Fahrzeuge wiesen umweltrelevante Mängel auf – also etwa Fehler bei der Abgasreinigung, Ölverlust oder eine zu hohe Lärmentwicklung. Damit stehen nicht mehr länger Fehler an der Beleuchtung und Elektrik auf dem ersten Platz, wie der Blick in die am Dienstag vorgestellte Mängelstatistik der GTÜ verrät. Diese Baugruppe wird aber dennoch bei rund einem Viertel der Fahrzeuge von den Prüfern beanstandet.

Danach folgen Mängel an der Bremsanlage (14,2 Prozent), Achsen, Räder, Reifen (13,4 Prozent) und an Fahrgestell, Rahmen, Aufbau (7,8 Prozent). Laut der GTÜ haben die Einzelmängel an den Pkw in den letzten Jahren weiter zugenommen. Die Prüforganisation sieht das steigende Fahrzeugalter sowie die vernachlässigte Wartung älterer Fahrzeuge als Hauptgründe für diese Entwicklung. Das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Pkw liegt derzeit bei 9,4 Jahren.

Denn erwartungsgemäß steigt mit dem Fahrzeugalter auch die Mängelhäufigkeit an. Weisen 3,9 Prozent der Fahrzeuge bis 3 Jahre einen erheblichen Mangel auf, erhalten fast ein Drittel der Fahrzeuge über 9 Jahre keine Plakette mehr und bei jedem zweiten Fahrzeug wird ein geringfügiger Mangel festgestellt.

Unabhängig von der Baugruppe fuhr dem Bericht zufolge fast jedes fünfte Auto ohne Erfolg zur Hauptuntersuchung und fiel wegen einem „erheblichen Mangel“ durch. Rund 16 Prozent der Fahrzeuge waren mit einem „geringen Mangel“ behaftet. Nahezu 63 Prozent der von der GTÜ geprüften Autos erhielten ihre Plakette ohne Beanstandung.

Während Umweltbelastungen deutlich öfter zur Verweigerung der HU-Plakette im ersten Anlauf geführt haben (Vorjahr 24,4 %) , sind die Probleme mit der Beleuchtung und der Elektrik weitgehend stabil (Vorjahr 25,4 %). Deutlich rückläufig sind dagegen Mängel an der Bremsanlage (Vorjahr 17,1 %).

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik