Energiekrise Habeck stellt Zuschuss für Mittelständler in Aussicht

Von Doris Pfaff

Nicht nur energieintensive Betriebe sollen bei den stark gestiegenen Energiepreisen entlastet werden: Bundeswirtschaftsminister Habeck kündigte nun auch Hilfen für mittelständische Betriebe und das Handwerk an. Ob das Kfz-Gewerbe profitiert, ist noch offen.

Explodierende Gas-, Öl- und Strompreise machen den Unternehmen zunehmend zu schaffen. Auch den Handwerksbetrieben, die bislang bei dem ersten Entlastungspaket der Bundesregierung nicht bedacht wurden. Nun kündigte Wirtschaftsminister Habeck Nachbesserungen an.
Explodierende Gas-, Öl- und Strompreise machen den Unternehmen zunehmend zu schaffen. Auch den Handwerksbetrieben, die bislang bei dem ersten Entlastungspaket der Bundesregierung nicht bedacht wurden. Nun kündigte Wirtschaftsminister Habeck Nachbesserungen an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Auch die mittelständischen Betriebe sollen staatliche Hilfen bekommen, um die enorm gestiegenen Energiekosten abfedern zu können. Das stellte Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck beim digitalen Mittelstandsgipfel am Dienstag in Aussicht, der zum dritten Mal seit Beginn des Ukrainekriegs stattfand.

Rund 40 Mittelstandsverbände nahmen daran teil, darunter auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Das bereits auf den Weg gebrachte Energiekostendämpfungsprogramm der Bundesregierung soll zügig erweitert werden und insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie betroffene Handwerksbetriebe stützen. Das Programm sieht Zuschüsse für energieintensive mittelständische Betriebe vor – und das rückwirkend ab September.

Das trifft grundsätzlich auf Zustimmung im Kfz-Gewerbe. Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sagte: „Wir begrüßen diese Erweiterung. Denn Minister Habeck sagt zu Recht, dass der Mittelstand und das Handwerk vor Ort das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind. Damit folgt der Minister auch unserer dringenden Aufforderung, die explodierenden Energiekosten in den Kfz-Betrieben zu dämpfen, die zum Beispiel in den Karosserie- und Lack-Bereichen bei rund fünf Prozent vom Umsatz liegen.“

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer hatte wie der ZDK in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass das bisherige Entlastungspaket den Mittelstand außen vor lasse. Nun lobte Wollseifer die geplante Nachbesserung: „Endlich wird greifbarer, wofür wir uns seit Wochen intensiv und in allen Gesprächen und Konferenzen bei der Politik immer wieder eingesetzt haben: Für alle unsere energieintensiven Betriebe soll es schließlich doch die Möglichkeit einer direkten Bezuschussung zum Ausgleich ihrer exorbitant gestiegenen Energiekosten geben.“

Drohende Insolvenzen?

Die Hilfen wirkten jedoch nur dann, wenn sie schnell und unkompliziert gezahlt würden. „Denn sollten die Hilfen erst – wie es in Aussicht gestellt ist – in einigen Wochen zugänglich sein und fließen, könnte das für zahlreiche Betriebe zu spät sein. Den Rettungsring direkter Härtefallhilfen muss die Regierung so schnell es irgend geht den betroffenen Betrieben zuwerfen, sonst drohen diese unterzugehen“, forderte Wollseifer.

Inwieweit tatsächlich auch das Kfz-Gewerbe von den geplanten Nachbesserungen profitieren wird, bleibt abzuwarten. Bislang sah das Programm nur Zuschüsse für energieintensive Unternehmen vor, zu denen Kfz-Betriebe nicht zählen. Hoffnung gibt die Ankündigung des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Klimaschutz dennoch. Denn diesmal soll die Entlastung „nicht nur das produzierende Gewerbe erfassen, sondern etwa auch das Handwerk und die Dienstleistungswirtschaft“, heißt es in der Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wegen der exorbitant steigenden Energiekosten erhält der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) inzwischen eine Reihe von Hilferufen aus den Betrieben, die um ihre Existenz fürchten. Der ZDK hatte sich deshalb bereits an den ZDH und den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gewandt und an die Spitzenverbände appelliert, bei ihrer Lobbyarbeit auch den Mittelstand miteinzubeziehen.

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