Transportkosten bei Sachmangelhaftung Händler hat das Recht, das Auto selbst abzuholen

Von Doris Pfaff

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Dem Kunden steht ein Vorschuss zu den Transportkosten zu, wenn sein Wagen wegen Sachmangelhaftung zurück zum Verkäufer soll. Nicht aber, wenn der anbietet, das Fahrzeug selbst abzuholen, entschied der Bundesgerichtshof.

Muss der Wagen wegen eines Mangels zurück zum Verkäufer, hat der Kunde Anspruch auf einen Transportkostenvorschuss. Den verliert er aber, wenn er das Angebot des Händlers ablehnt, das Fahrzeug selbst abzuholen.
Muss der Wagen wegen eines Mangels zurück zum Verkäufer, hat der Kunde Anspruch auf einen Transportkostenvorschuss. Den verliert er aber, wenn er das Angebot des Händlers ablehnt, das Fahrzeug selbst abzuholen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bei einer möglichen Sachmangelhaftung gab es in der Vergangenheit wegen der Transportkosten immer wieder Streitigkeiten zwischen Kunde und Verkäufer. Zwar hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in der Vergangenheit bereits klargestellt, dass im Fall einer Sachmangelhaftung dem Kunden grundsätzlich ein Transportkostenzuschuss zusteht. Ob der ihm auch zusteht, wenn der Verkäufer selbst die bemängelte Ware abholt, hatten jedoch die Gerichte unterschiedlich bewertet.

Am 30. März 2022 sprach der Bundesgerichtshof nun zugunsten des Handels ein wegweisendes Urteil (Az. VIII ZR 109/20): Wenn der Verkäufer dem Kunden anbietet, den Transport selbst zu übernehmen, um eine mögliche Sachmangelhaftung überprüfen zu können, dann hat der Kunde keinen Anspruch auf einen Transportkostenzuschuss, wenn er das Angebot des Käufers ablehnt.