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Händler investieren bis 2020 eine Milliarde Euro

Autor: Wolfgang Michel

Von Audi bis Volvo – beinahe alle Hersteller und Importeure fordern von ihren Händlern, in Schauräume und den Außenauftritt zu investieren. »kfz-betrieb« hat überschlagen, was die Vorgaben die Betriebe kosten.

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(Foto: Aston Martin/kfz-betrieb)

„Über Geld redet man nicht – man hat es.“ Dieser Spruch stimmt bedauerlicherweise für die Vertragshändler nicht. Denn mit dem Neuwagenverkauf lässt sich schon lange kein Kapital mehr anhäufen. Wenn überhaupt Geld auf die hohe Kante kommt, dann ist dafür das Service- und Gebrauchtwagengeschäft verantwortlich. Die 55,7 Milliarden Euro Neuwagenumsatz im Kfz-Gewerbe im Jahr 2014 machen sich in den Betriebsergebnissen kaum bemerkbar.

Bemerkbar machen sich hingegen die neuen Markenauftritte, die derzeit sehr viele Hersteller und Importeure fordern – und zwar optisch und finanziell (siehe Bildergalerie). Von Audi bis Volvo gilt: Alle modifizierten Autohäuser sehen schick aus, über die genauen Investitionsvolumen wird allerdings meist geschwiegen. Fakt ist: Wenn ein Händler mehrere Standorte hat, gelangt er sehr schnell in den sechsstelligen Eurobereich. Und bei einigen Marken reicht das bei Weitem nicht aus, vor allem dann nicht, wenn der Altbau einem Neubau weichen muss.

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Wenn sonst kaum einer über Geld spricht, dann greift »kfz-betrieb« mal eben mit folgender Formel zum Taschenrechner: Man nehme die 17.500 Standorte (Quelle: ZDK) aller Neuwagenvertragshändler in Deutschland, halbiere die Zahl, da derzeit 18 von 36 Fabrikaten modernisieren, multipliziere das Ganze mit durchschnittlich 120.000 Euro pro Standort (Investitionsspanne reicht von mehreren Zehntausend bis zu mehreren Millionen Euro). Dann kommt man zu folgendem Ergebnis: Die Gesamtkosten für die neuen Markenauftritte im Automobilhandel in Deutschland belaufen sich auf über eine Milliarden Euro. Auch wenn das zugegeben ein fiktives Resultat ist, liegt die Wahrheit wohl eher noch darüber.

Neuwagenvertragshandel wird immer mehr zum Drahtseilakt

Gut wäre es jetzt, wenn jede Investition dem Händler am Ende mehr Ertrag bescheren würde. Das tut sie natürlich nicht automatisch. Tatsache ist, dass viele Markenhändler seit Jahren auf einem schmalen Grat balancieren. Nicht zu investieren, bedeutet den Vertriebsvertrag zu verlieren. Investieren bedeutet, nicht zu wissen, ob man jemals sein Ziel erreicht.

Wie die Ziele für die Fabrikate im Einzelnen aussehen, beleuchtet »kfz-betrieb« in der heute erscheinenden Spezialausgabe „Markt & Marken“. Ebenso gibt es in der Ausgabe eine umfangreiche Übersicht über die derzeitigen Vertriebsnetze in Deutschland. Manch ein Hersteller/Importeur sucht noch neue Vertragspartner.

Apropos Ziele: Die Vertriebsumsätze nachhaltig steigern – unter diesem Motto stehen die Autovertriebstage, die am 22. April 2015 in Würzburg stattfinden. Die Autovertriebstage zeichnen sich durch ihre hohe Praxisnähe aus: Top-Händler präsentieren ihre Strategien in den Bereichen Marketing, Onlinevertrieb, Personalmanagement und Unternehmensprozesse. Die Referenten sind ausgesprochen erfolgreiche Automobilhändler. Sie sprechen über ihre Ziele in verschiedenen Geschäftsfeldern. Programm und Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Webseite der Autovertriebstage.

Tipp: Lernen Sie die zehn besten Autohäuser Deutschlands 2015 kennen! Im Vorfeld der Autovertriebstage am 21. April findet die Verleihung des renommierten »kfz-betrieb«-Vertriebs-Award (13:00-16:30 Uhr) statt. Die Teilnahme an der Verleihung ist kostenlos. Programm und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«