„Händler sehen die Potenziale der Marke DS“

Autor: Christoph Baeuchle

Mit der Marke DS will der PSA-Konzern das Premiumsegment bedienen. Die Erwartungen sind groß, die Verkaufszahlen eher gering. Das Jahr 2018 war für die junge Marke bereits ein Neustart. Die Situation in Deutschland erläutert der hiesige DS-Markenverantwortliche Patrick Dinger.

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(Foto: Citroën)

Redaktion: Herr Dinger, im Frühjahr 2018 kam der DS 7 auf den Markt, und damit begann für die Marke eine neue Zeitrechnung. Wie ist das letzte Jahr für DS gelaufen?

Patrick Dinger: Ich bin sehr zufrieden. Ende des ersten Quartals 2018 kamen wir mit dem DS 7 Crossback auf den Markt. Wir erhielten ein positives Feedback, sowohl von den Medien als auch von Handel und Kunden. Diese Grundstimmung hat sich durch das ganze Jahr gezogen.

Die positive Stimmung spiegelt sich aber in den Zahlen nicht wider. Sind Sie mit rund 3.800 Neuzulassungen im vergangenen Jahr zufrieden?

Das hängt immer davon ab, aus welcher Perspektive man es sieht. Als Markenverantwortlicher finde ich das Volumen okay. Wir haben das erste Modell der zweiten DS-Generation auf den am härtesten umkämpften Premiummarkt gebracht. Und hatten dabei noch jede Menge Gegenwind, wenn ich an die Dieseldiskussion samt Fahrverboten und die Kritik an der individuellen Mobilität an sich denke.

Mit rund 41,5 Prozent war knapp jedes zweite Auto eine Eigenzulassung.

Wir haben ein neues Modell einer jungen Marke gelauncht, das eine breite Palette an Motoren und Ausstattung bietet. Hinzu kam die Umstellung des Fahrzyklus auf WLTP im zweiten Halbjahr. Da mussten wir bei den anderen DS-Modellen die Vorführwagen wechseln.

Nur wenige Marken wie Honda, Fiat, Nissan und Opel hatten einen größeren Eigenzulassungsanteil. Sind 41,5 Prozent eine gesunde Größenordnung für eine Premiummarke?

Das passt durchaus. Wie es in den nächsten Jahren weitergeht, lässt sich noch nicht absehen.

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IHS-Experten hätten dem DS 7 Crossback 2018 einen größeren Erfolg in Deutschland zugetraut. Sie sprachen von bis zu 5.000 Einheiten. Waren die Analysten zu optimistisch oder DS zu schwach?

Das Marktpotenzial ist sehr hoch, da stimme ich zu. Aber es stellt sich immer die Frage, wie eine solche Schätzung zustande kommt. Wir hatten kein volles Jahr, dann muss man den Produktionshochlauf berücksichtigen, und zunächst stand nicht die gesamte Motorenpalette zur Verfügung. Zudem sind wir mit dem Ausbau des Händlernetzes noch nicht fertig.

Wie steht es denn um das Händlernetz?

Derzeit haben wir 31 Standorte. Damit bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir zunächst mehr wollten. An unseren Plänen, am Ende zwischen 60 und 65 Standorte zu haben, halten wir fest. Wir haben bereits wieder zehn Betriebe in der Pipeline, die im Laufe des Jahres hinzukommen. Weitere Gespräche laufen.

Sind die Händler mit der Entwicklung zufrieden?

Die Händler sehen vor allem die Potenziale der Marke. Mit dem DS 3 Crossback bringen wir im laufenden Jahr das zweite Modell. Zudem sind wir im Konzern der Vorreiter, wenn es um Elektrifizierung geht. Der DS 7 Crossback kommt als Hybrid, der DS 3 Crossback E-Tense ist voll elektrifiziert.

Bei solchen Aussichten: Welche Absatzzahlen erwarten Sie für 2019?

Genaue Zahlen nennen wir nicht. Wir sind aber deutlich näher an den für 2018 geschätzten 5.000 Einheiten dran. Längerfristig hat die Marke noch viel mehr Potenzial. Vor einigen Jahren verkauften wir bereits 12.000 Einheiten. Warum sollten wir nicht in diese Größenordnung zurückkehren?

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Wie wollen Sie den Absatz in den nächsten Monaten voranbringen?

Wir haben den DS 7 Crossback erstmals ein volles Jahr, hinzu kommt der DS 3. Ab Ende Januar öffnen wir die Bestellungen für den DS 3 Crossback, den wir im ersten Halbjahr noch erwarten. Die Einführung werden wir mit entsprechendem Marketing begleiten.

DS hat in Deutschland das Personal aufgestockt und einen eigenen Marketingdirektor bekommen. Wie zahlt sich das aus?

Als ich 2016 als Direktor bei DS angefangen habe, waren wir gerade mal zu dritt, davon ein Praktikant. Mittlerweile sind wir zu zwölft, und wir suchen weiter nach Mitarbeitern. Mit wachsendem Netz, Absatz und Umsatz werden wir die vertriebliche Seite weiter ausbauen.

Blicken wir etwas weiter in die Zukunft: Wo steht DS im Jahr 2020?

Im vergangenen Jahr haben wir uns auf den Netzaufbau sowie auf die Einführung des ersten Modells der zweiten Generation konzentriert. Im laufenden Jahr wollen wir das Netz etablieren und das zweite Modell einführen. Sodass wir 2020 den Netzaufbau finalisieren, zudem mit dem dritten Modell auf den Markt kommen und das Thema Elektrifizierung vorantreiben.

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