Neuzulassungen Händler stocken Autobestände wieder auf

Autor: Andreas Grimm

Im März sind die Neuzulassungszahlen prozentual stark gestiegen. Obwohl die absoluten Zahlen noch nicht berauschend sind, gibt es tatsächlich positive Entwicklungen in der Nachfrage.

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Die Neuzulassungen legten im März zwar zu, blieben aber noch deutlich unter Normalniveau.
Die Neuzulassungen legten im März zwar zu, blieben aber noch deutlich unter Normalniveau.
(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Die Neuzulassungsentwicklung im März ist angesichts problematischer Vergleichszahlen durch den Lockdown-Start im März 2020 und vieler Sondereinflüsse schwer exakt zu bewerten. Hinter dem Zulassungsplus von 35,9 Prozent stehen laut einer Auswertung der Neuwagenzahlen durch die Marktforschung Dataforce allerdings zwei wesentliche Treiber: der Gewerbekundenmarkt – und die Händler selbst.

Auf den Automobilhandel entfielen im März 2021 insgesamt 53.298 Neuzulassungen. Das waren knapp zwei Drittel mehr als im Vorjahresmonat (+64,2 %). Blickt man allerdings noch weiter zurück, in den März 2019, relativiert sich der Zuwachs: Vor zwei Jahren veranlasste der Handel noch 68.000 Neuzulassungen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Autovermietern, deren Neuzulassungen prozentual am stärksten um 67,3 Prozent auf 30.300 Einheiten stiegen. In beiden Fällen verwundert der Anstieg ein wenig, da Handel wie Autovermieter angesichts der anhaltenden Lockdown-Gefahr zuletzt zurückhaltend mit Neuzulassungen agierten.

Diese Vorsicht pflegen auch die Hersteller selbst weiterhin. Auf die Autobauer selbst wurden im März 2021 immerhin 22.800 Einheiten erstmals zugelassen. Das ist allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat nur ein Plus von 15,4 Prozent – und damit deutlich geringer als der Markttrend. Laut Dataforce könnte sich in dem defensiven Verhalten der anhaltende Halbleitermangel niederschlagen, der eine stärkere Produktion auf Halde verhindert haben mag.

Flottengeschäft mit März-Rekord

Schließlich soll die Ware idealerweise vor allem in die originären Verkaufskanäle – das Privatkunden- wie das Gewerbekundengeschäft – fließen. Dort zeigte sich insbesondere im Firmen- und Flottengeschäft eine robuste Nachfrage. Die Zulassungszahlen kletterten um 35,4 Prozent und damit ziemlich exakt im Marktmittel auf knapp 85.000 Einheiten. Bemerkenswert ist vor allem, dass es sich „um den höchsten Wert für den Monat März seit Beginn der Dataforce-Aufzeichnungen im Jahr 2001“ handelt. Der Bedarf an individueller Mobilität in den Unternehmen scheint also in Corona-Zeiten weiter zu wachsen.

Am Privatmarkt ging es ebenfalls bergauf, allerdings mit deutlich weniger Elan. Im Vergleich zum März 2020, dem ersten Lockdown-Monat, stiegen die Neuzulassungen um 23,1 Prozent. Das sind im Vergleich zum März 2019 aber immer noch 19 Prozent weniger Privatzulassungen. Insgesamt aber dürften die Effekte durch vorgezogene Käufe im letzten Quartal 2020 wegen der reduzierten Mehrwertsteuer langsam auslaufen. Was bleibt, ist die generelle Kaufzurückhaltung angesichts einer unsicheren Zukunft in Corona-Zeiten sowie der weiterhin gegebenen erheblichen Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.

„Die Situation auf dem deutschen Neuwagenmarkt verbessert sich derzeit nur graduell – das ist noch keine Trendwende“, hatte jüngst auch die Unternehmensberatung EY konstatiert. Der Neuwagenmarkt liege nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau, die erwarteten massiven Nachholeffekte seien noch nicht zum Tragen gekommen.

Transportermarkt wieder im Aufwind

Hand in Hand mit dem steigenden Absatz im Flottenmarkt wächst das Transportersegment im März deutlich. In dieser Auswertung fasst Dataforce die Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities zusammen. Und nachdem dieses Sondersegment in den beiden vorangegangenen Monaten untypischerweise geschrumpft war, kletterten die Neuzulassungen im März um 33,2 Prozent auf den neuen Höchstwert von 54.106 Erstanmeldungen.

Den prozentual größten Sprung machten dabei die Neuzulassungen der Autovermieter, die sich auf 3.680 Stück mehr als verdoppelten (+104,7 %). Das nach Stückzahlen größte Wachstum verzeichnet das Firmenkundengeschäft (+6.727 Einheiten / +33,5 %). Die Eigenzulassungen der Händler kletterten ebenfalls stark um 44,5 Prozent auf 8.400 Einheiten.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«