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Händlerkooperation: Thüringer Erfolgsgeschichte

| Redakteur: Julia Mauritz

Nicht in einem Glaspalast, sondern in einem unscheinbaren Gebäude auf dem Hinterhof liegt die Zentrale der Phoenix-Gruppe, die sich mit dem Titel „erfolgreichster Mazda-Händlerverbund in Deutschland“ schmücken darf.

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(v. li.): Torsten Barth, Geschäftsführer AHB Automobile, Uwe Lehnert, Geschäftsführer der Phoenix-Gruppe und Geschäftsführer Autohaus Lehnert, Andreas Schulze, Geschäftsführer Autohaus Andreas Schulze, und Frank Kirschstein, Geschäftsführer Autohaus Kirschstein.
(v. li.): Torsten Barth, Geschäftsführer AHB Automobile, Uwe Lehnert, Geschäftsführer der Phoenix-Gruppe und Geschäftsführer Autohaus Lehnert, Andreas Schulze, Geschäftsführer Autohaus Andreas Schulze, und Frank Kirschstein, Geschäftsführer Autohaus Kirschstein.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor rund einem Jahr entschieden sich acht erfolgreiche, inhabergeführte Händler in Thüringen, gemeinsam eine Vertriebsgesellschaft zu gründen. „Der Entschluss dazu fiel, weil wir an einen sehr großen Wirtschaftsraum mit 1.200 Einheiten angeschlossen waren und es aufgrund der zum Teil beachtlichen Entfernungen Riesenprobleme mit der Logistik gab.

Das Schiff war schlichtweg manövrierunfähig“, schildert Uwe Lehnert, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Barchfeld, die damalige Situation.

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Da kam der Strategiewechsel im Mazda-Vertrieb, mehr Direktverträge anzubieten, genau richtig. In enger Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Importeur nahm die Idee einer Vertriebsgesellschaft Gestalt an, in der die Autohausgeschäftsführer als gleichberechtigte Gesellschafter beteiligt sind.

„Anfangs war der Gedanke schon komisch, sich mit seinen ehemaligen Wettbewerbern zusammenzutun und die eigenen Karten offen auf den Tisch zu legen, aber wir hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen, und das hieß: mehr Autos zu verkaufen und den Ertrag zu steigern“, erinnert sich Torsten Barth, Geschäftsführer von AHB Automobile in Gotha.

„Es war schon ein gewisser Lernprozess. Wir mussten lernen, wie man ein Team bildet, und wir mussten lernen, dass die Phoenix-Gruppe unsere eigene Firma ist“, fügt Andreas Schulze, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses, hinzu.

„Die Voraussetzung für ein solches Unterfangen ist, völlig transparent zu agieren, seinen Partnern gegenüber absolut ehrlich zu sein sowie natürlich ein klares Regelwerk zu haben“, betont Uwe Lehnert, der die Geschicke der Phoenix-Gruppe als Geschäftsführer leitet.

Kommuniziert wird über das Intranet

Zugleich sei es notwendig, in ständigem Kontakt miteinander zu stehen: „Da wir allesamt sehr mit dem Tagesgeschäft in den eigenen Autohäusern beschäftigt sind, habe ich mir Gedanken über eine Alternative zu regelmäßigen Meetings gemacht“, erzählt Uwe Lehnert.

Die Lösung: Ein webbasiertes Intranetprogramm, das gewissermaßen das Herzstück der Phoenix-Gruppe bildet. Darin sind unter anderem sämtliche Beschlüsse, Verträge, Planungen und BWAs sowie persönliche Dokumente und Abbuchungsaufträge aller Partner hinterlegt, aber auch die unterschiedlichsten Auswertungen – beispielsweise kann man nachschauen, wie viele Fahrzeuge die Autohäuser mit der Umweltprämie verkauft haben.

Jeder Gesellschafter hat nicht nur Zugriff auf seine eigenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, sondern auch auf die seiner Partner. „Das spornt natürlich an, besser zu werden“, schmunzelt Frank Kirschstein, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Eisenach.

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