Händlerpleiten verdoppeln sich im November

Anzahl der Verfahren um 107 Prozent gestiegen

| Autor: Jakob Schreiner

Bisher mussten im Jahr 2017 insgesamt 252 Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe den Gang zum Insolvenzrichter antreten.
Bisher mussten im Jahr 2017 insgesamt 252 Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe den Gang zum Insolvenzrichter antreten. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Im November 2017 sind doppelt so viele Kfz-Händler in finanzielle Schieflage geraten als im Vergleichsmonat des Jahres 2016. Insgesamt mussten 29 Handelsbetriebe (November 2016: 14 Betriebe) den Gang zum Insolvenzrichter antreten, wie aus der am Freitag veröffentlichten Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Für die Werkstätten lief es ebenfalls nicht gut: 19 Betriebe mussten ihre Zahlungsunfähigkeit erklären, im November 2016 waren es erst 11.

Damit stiegen die Insolvenzfälle in der gesamten Kfz-Branche im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 115 Prozent auf 69 Verfahren (November 2016: 32 Verfahren) an. Darunter war erneut ein sprunghafter Anstieg von Teilehandelsbetrieb-Pleiten von drei auf zwölf zu verzeichnen. Dieser Teilbereich der Branche hatte bereits im Oktober die Fallzahlen nach oben getrieben. Die November-Insolvenzen betrafen in der Kfz-Branche 725 Arbeitnehmer, die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger belaufen sich auf 73,1 Millionen Euro.

Die jüngste Entwicklung spricht für ein Ende der fünf Jahre anhaltenden Phase sinkender Insolvenzzahlen. Von Januar bis November 2017 registrierte das Statistische Bundesamt 584 Insolvenzverfahren über Betriebe aus der Kfz-Branche. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es 534 Betriebe – das entspricht einem Anstieg von 9,4 Prozent. Darunter waren 234 Händler (236 im Vorjahreszeitraum) und 171 Werkstätten (157 im Vorjahreszeitraum).

Damit entwickelt sich die Kfz-Branche anders als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Über alle Branchen hinweg vermelden die Statistiker einen Rückgang der Pleiten um 6,1 Prozent auf 18.572 insolvente Betriebe.

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