Händlerumfrage: Sommerloch schon im April!

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Dass das Jahr 2012 kein Selbstläufer ist, verspürt auch VW-Händler Uwe Gehrmann. „Die ersten drei Monate waren auf Zielkurs, der April und vor allem der Mai waren speziell im Einzelkundengeschäft wenig erfreulich“, so der Prokurist des Bochumer Autohauses Wicke. Dank einer starken Marketingaktion sowie taktischer Zulassungen für den Golfauslauf war der Juni wieder erfolgreicher. „Kumuliert werden wir erstmalig seit drei Jahren unsere Zielvorgaben nicht zu 100 Prozent erreichen. Jedoch sind wir mit dem Ertrag der Kostenstelle Neuwagenverkauf zufrieden.“

Wie lange das noch so bleibt, weiß Gehrmann auch nicht. Denn aufgrund vieler Tageszulassungen im gesamten Ruhrgebiet steigen die Rabatte seit April stetig an. Übrigens verlief das Gebrauchtwagengeschäft bei Wicke analog zum Neuwagengeschäft. Die ersten drei Monate waren mehr als gut. Im April und Mai hielten sich die Kunden jedoch unerwartet stark zurück. Glücklicherweise ging es im Juni mit den Gebrauchten wieder aufwärts. Die Erträge hier bezeichnet Gehrmann noch als befriedigend.

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Mehr als zufrieden ist man in Bochum mit dem Servicegeschäft. Es verläuft auf dem hohen Niveau des Vorjahres. „Allerdings sind wir durch jährliche Umsatzsteigerung von mehr als zehn Prozent in den letzten drei Jahren ein wenig verwöhnt. Dieses Jahr steigern wir uns nur um drei Prozent.“

Für das zweite Halbjahr prognostiziert Gehrmann im Neuwagengeschäft zwei unterschiedliche Verläufe: Zwar würde sich das Einzelkundengeschäft weiter beruhigen, dafür aber der gewerbliche Bereich wieder zulegen.

Der süddeutsche Markenkollege Michael Ostermaier aus Vilsbiburg skizziert ein ähnliches Bild: „Die Privatkunden halten sich seit einigen Wochen beim Neuwagenkauf stark zurück.“ Noch wird das Loch von den gewerblichen Kunden ausgeglichen. Mit dem Ertrag ist der Geschäftsführer jedoch nicht zufrieden, liegen die Rabatte je nach Modell doch zwischen zehn und 12 Prozent. Und über das Gebrauchtwagengeschäft sagt Ostermaier: „Ab März lief es im Vergleich zum Jahresanfang deutlich besser, und zwar was Umsatz und Ertrag betrifft.“ Doch auch hier bleibt ein Wermutstropfen: „Wir haben etwas mehr Autos verkauft als im Vorjahr, aber die Erträge sind deutlich schlechter.“ Ein Grund sei der starke Restwerteverfall bei Fahrzeugen der Oberklasse sowie eine deutlich gedämpfte Nachfrage aus dem europäischen Ausland.

Trotz erreichter Verkaufsziele verspürt auch Michael Eidenmüller von Auto-Scholz in Bamberg rückläufige Erträge im Neuwagengeschäft. Positiv hingegen ist die starke Nachfrage nach der neuen B-Klasse seitens der privaten Kunden. Bezüglich der Gewerbekunden setzt sein Unternehmen vor allem auf interessante Angebote bei C- und E-Klasse. Überhöhten Rabatten will der Firmenchef durch Finanz- und Service-Dienstleistungen einen Riegel vorschieben. Mit Gebrauchtwagen lässt sich derzeit auch in Oberfranken nur schwer Geld verdienen. „Trotz eines deutlichen Anstiegs der Verkaufszahlen und der damit verbundenen Umsatzsteigerung sind die Erträge im 1. Halbjahr 2012 weit hinter den Erwartungen zurück“, sagt Eidenmüller. Hauptursache dafür sind für ihn zum einen der verschärfte Wettbewerb und zum anderen falsche Prognosen bezüglich der Restwerte von Leasing und Finanzierungsgeschäften.

Abgesehen vom Nutzfahrzeugservice gestaltet sich auch das Servicegeschäft sehr wechselhaft. Hauptgrund dafür sind fehlende Karosserie- und Lackierarbeiten. Deshalb will Eidenmüller alles daran setzen, in den kommenden Monaten mehr Kunden mit älteren Fahrzeugen in die Werkstatt zu bekommen. „Wenn dies gelingt, können wir den Bereich auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren.“

Optimistisch blickt der Geschäftsführer in Sachen Neuwagenverkauf in die nähere Zukunft: „Bei Lkw und Transportern erreichen wir sicher die Vorjahresergebnisse. Und im Bereich Pkw gehen wir von einer weiterhin guten Entwicklung aus. Insbesondere die neue A-Klasse wird hier neue Akzente setzen – der Verkaufsstart war am 15.6., die Markteinführung ist am 15.9.2012.“

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