Händlerumfrage: Sommerloch schon im April!

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Apropos positive Akzente: Die erwartet auch Uwe Conrad vom Smart-Center Saarbrücken für das zweite Halbjahr: „Seit langem können wir mal wieder zwei neue Produkte einführen: den neuen Fortwo Electric Drive und das neue Smart E-Bike. Beide sind echte Smarts mit tollem Design und vielen neuen Ideen, die nicht nur unseren Kunden, sondern auch uns Freude machen. Wir erhoffen uns durch beide Aufschwung, nicht nur im Vertrieb sondern auch im Service.“

Das wäre auch gut so. Denn im ersten Halbjahr sind auch in Saarbrücken die Verkäufe an Privatkunden zurückgegangen. „Unsere Modelle leiden unter einem starken Wettbewerbsdruck der Mitbewerber, die ihre Fahrzeuge zu Niedrigpreisen in den Markt drücken.“ Etwas verbessern konnte Conrad die Lage durch interessante Sondermodelle.

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Und aufgrund der Verkaufsfreigabe Mitte Juni für den neuen Elektro-Smart hat sich der Auftragseingang für Neuwagen erheblich verbessert. Die Modelle mit konventionellen Antrieben verkaufen sich so gut wie im Vorjahr.

Angesprochen auf die derzeitige Rabattsituation sagt der Centerleiter: „Dem Preisdumping der Mitbewerber, die mit Preisnachlässen von mehr als 20 Prozent und Gebrauchtwagen-Überzahlungen in schwindelnden Höhen versuchen, Kunden anzulocken, können und wollen wir nicht folgen. Mit dem All-in-Leasing, das neben der Leasingrate auch Versicherung und Service enthält, und dem Passion-Plus-Paket, das einen Preisvorteil von 1.000 Euro für den Kunden bedeutet, haben wir jedoch zwei sehr attraktive Angebote. Zusätzliche Rabatte erübrigen sich da.“

Und über das Gebrauchtwagengeschäft sagt er: „Wir sind gerade dabei, das Gebrauchtwagenprogramm jung@smart einzuführen: In Zukunft werden wir unsere besten Gebrauchten mit umfangreichen Garantien und Leistungs-versprechen für die Kunden anbieten. Nach wie vor ist das Geschäft mit Jahreswagen eine wichtige Ertragssäule für uns. Mit dem Absatz und den Erträgen sind wir zufrieden.“

Abrupt abgebrochen ist nach einem starken ersten Quartal das Neuwagengeschäft im zweiten Quartal im Kölner Autohaus Yvel. „Seit den Osterferien ist der Auftragseingang stark rückläufig“, sagt Geschäftsleiter Michael Hess. „Auf der Ertragsseite konnten wir die Deckungsbeiträge halten bzw. leicht steigern, was aber auch einer höheren Unterstützung seitens des Herstellers zu danken ist“, ergänzt Hess. Der Toyota-Händler ist in erster Linie vom Privatmarkt abhängig. Dieser nimmt auch in Köln kontinuierlich ab, verläuft aber dennoch stabiler als bei den Gewerbekunden. Verschärft hat sich auch im Rheinland die Rabattsituation. „Bei Aktionsware und Auslaufmodellen kann ich das verstehen. Was mich aber sehr irritiert, ist, dass bei unserem Alleinstellungsmerkmal, dem Vollhybrid, und den dazugehörigen neuen Modellen schon Nachlässe angeboten und gewährt werden, welche für mich nicht nachvollziehbar sind“, sagt Hess.

Und über das Gebrauchtwagengeschäft meiner er: „Die Quantität liegt zwar unter meinen Erwartungen, die Qualität der Geschäfte und die sich daraus ergebenden Deckungsbeiträge haben sich jedoch positiv entwickelt. Damit bin ich im ersten Halbjahr zufrieden. Anmerken muss ich allerdings, dass insbesondere in den letzten zwei Wochen die Nachfrage deutlich zurückgegangen ist.“

Im Service gilt es seiner Meinung nach, künftig kleinere Brötchen zu backen. „Die Fahrzeugbestände sinken – damit ist die Zeit der Umsatzsteigerung im Aftersales vorbei. Wir müssen in unseren Werkstätten Rückgänge von bis zu zehn Prozent hinnehmen. Weniger Garantieaufkommen und verkaufte Inspektionen sind die Hauptgründe.“

Mehr private als gewerbliche Kunden

Burkhard Weller bringt die derzeitige Situation bei den Neuwagen wie folgt auf den Punkt: „Unser Auftragseingang ist leicht über Vorjahr, der Ertrag tendiert gegen Null, der Preisdruck ist durch den Produktionsdruck der Hersteller enorm.“ Auf die Frage, wie sich private und gewerbliche Kunden derzeit verhalten, sagt der Chef der Wellergruppe: „Nach wie vor kauft der private Kunde. Warum auch nicht, sein Arbeitsplatz ist sicher. Der gewerbliche Kunde ist sehr von den Titelseiten der Tageszeitung beeinflusst. Aber allmählich schaut auch der Gewerbekunde in sein volles Auftragsbuch und bestellt.“

In Sachen Rabatte meint er, „mehr geht nicht!“ Die taktischen Zulassungen der Hersteller und die Flut von Eigenzulassungen machten die Situation auf absehbare Zeit nicht besser.

Eine tragende Säule in der Wellergruppe ist das Gebrauchtwagengeschäft. „Wir haben die durchschnittlichen Standtage der gesamten Gruppe von 65 Tagen auf knapp über 50 gedrückt und das bei geringeren Beständen. Das war nicht ertragreich, bringt uns aber jetzt in die Poleposition“, so Weller. Und über das Servicegeschäft meint der Firmenlenker: „Durch die deutlich bessere Produktqualität bei all unseren Marken, vorneweg Toyota, gerät das Servicegeschäft etwas unter Druck. Beispielsweise sind die Garantiefälle der Jahrgänge ab 2010 um 30 Prozent rückläufig. Aber es gibt noch Potenzial in der Werkstatt.“

Im Autohaus Kunzmann äußert man sich in Sachen Neuwagenertrag und -absatz im ersten Halbjahr weitestgehend zufrieden. „Die Verkaufszahlen liegen über dem Vorjahreszeitraum, aber unter dem Soll“, sagt Karl Diehm. Auch der Auftragseingang liegt in beiden Segmenten auf Vorjahresniveau, so der Geschäftsführer. Erfreulicherweise haben sich in Aschaffenburg die Nachlässe leicht reduziert. Leider reduzierten sich aber auch Ertrag und Verkaufszahlen bei den Gebrauchtwagen. Insgesamt blickt Diehm positiv auf das zweite Halbjahr: „Wir rechnen im Vertrieb und Service mit einer verbesserten Auftragslage, vorausgesetzt Deutschland und die Eurozone schlittern in keine Rezession.“

Mercedes-Kollege Franco Barletta vom Hagener Autohaus Jürgens ist mit dem derzeitigen Auftragseingang „im Großen und Ganzen zufrieden“. Jedoch stellt er derzeit eine Tendenz zu kleineren Fahrzeugen fest, insbesondere zur neuen B-Klasse. Diese Entwicklung lässt den durchschnittlichen Bruttoumsatz je verkaufter Einheit empfindlich schmelzen. Zudem geraten auch die Erträge insgesamt unter Druck.

Nicht zufrieden ist der Geschäftsführer mit dem Gebrauchtwagengeschäft des ersten Halbjahres. „Insbesondere die Leasingrückläufer machen uns derzeit Sorgen. Zudem ist der Abfluss von Fahrzeugen mit hoher Motor- oder Fahrleistung deutlich schwieriger geworden als noch im Vorjahr.“ Diese Entwicklung führt Barletta darauf zurück, dass die Süd- und Osteuropäischen Märkte weggebrochen sind.

In Hagen leidet auch das Servicegeschäft. „Bei uns gehen die verkauften Arbeitswerte empfindlich zurück und wir stellen zudem eine immer stärker werdende Preis- und Kostensensibilität bei unseren Kunden fest“, sagt Barletta. Die Loyalität der Werkstattkunden habe weiter abgenommen, Fahrzeuge wanderten ab dem fünften Jahr verstärkt in Freie Werkstätten ab. „Der Kunde ist schlicht nicht mehr bereit, für die Werkstattstunde in autorisierten Fachwerkstätten das Doppelte zu bezahlen“, begründet der Geschäftsführer diese Entwicklung.

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