Audi Haftung für Skandal-Diesel von VW

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Von der Diesel-Affäre sind zahlreiche Audi-Modelle betroffen, die mit Aggregaten von Volkswagen ausgeliefert wurden. Für Manipulationen an diesen Motoren haften die Ingolstädter dennoch, entschied nun das OLG München. Audi habe eine wesentliche Pflicht nicht beachtet.

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Audi muss wegen zugelieferter manipulierter Diesel haften und an die Kunden Schadenersatz zahlen.
Audi muss wegen zugelieferter manipulierter Diesel haften und an die Kunden Schadenersatz zahlen.
(Bild: Audi)

Audi muss für in seine Fahrzeuge eingebaute Motoren von VW haften, wenn diese vom Dieselskandal betroffen sind. Das Oberlandesgericht München entschied am Montag in gleich mehreren Verfahren nach diesem Grundsatz. Dem Gericht hatten Berufungen gegen Entscheidungen des Landgerichts Ingolstadt vorgelegen.

Das Gericht befand nun, dass neben der Konzernmutter auch Audi für die verbauten Motoren mitverantwortlich ist, obwohl diese von VW entwickelt wurden, und dementsprechend an die Kläger zahlen muss. Wenn der Autobauer Einbauteile eines Zulieferers verwende, treffe ihn dennoch die Sorgfaltspflicht für das fertige Produkt, heißt es in dem Urteil vom 30. November.

In einem der Fälle ging es dabei beispielsweise um knapp 8.900 Euro nebst Zinsen. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht. Eine Revision sei zwar nicht zugelassen, heißt es in einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Autobauer könne aber noch eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen.

Im Dieselskandal ist Audi in mehrfacher Hinsicht betroffen. Im vorliegenden Fall hatten die Ingolstädter Aggregate von der Konzernmutter Volkswagen übernommen und verbaut, die mit der Abschalteinrichtung ausgestattet waren. Die jetzige Entscheidung hat die OLG-Entscheidung ein Stück weit den Charakter einer „Grundsatzentscheidung“.

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