Skoda Halbleiterkrise kostet 100.000 Einheiten

Autor: Andreas Grimm

Keine Chips, keine Ware, keine Verkäufe – die Halbleiterkrise kostet die betroffenen Autobauer viele Abschlüsse. Für den tschechischen Hersteller Skoda hat Vorstandschef Thomas Schäfer das Ausmaß der Krise nun beziffert. Er sieht aber auch Licht am Horizont.

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Skodas Vorstandschef Thomas Schäfer rechnet mit einer langsamen Besserung des Chip-Engpasses und einer wachsenden Zahl an Elektroauto-Verkäufen.
Skodas Vorstandschef Thomas Schäfer rechnet mit einer langsamen Besserung des Chip-Engpasses und einer wachsenden Zahl an Elektroauto-Verkäufen.
(Bild: Skoda)

Den Skoda-Händlern wird in diesem Jahr noch manches Geschäft verloren gehen. Das geht aus einer Prognose des Skoda-Vorstandschefs Thomas Schäfer hervor, die er im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ abgab. Demnach wird der tschechische Hersteller in diesem Jahr 100.000 Autos weniger bauen als erforderlich wären. Die Ursache ist einmal mehr der Halbleitermangel in der Automobilindustrie. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie hatte der weltweite Skoda-Absatz bei 1,3 Millionen Einheiten gelegen.

„Der Chipmangel schmerzt enorm, auch weil die Nachfrage nach unseren Autos weiterhin sehr hoch ist“, sagte Schäfer der Zeitung (Samstagsausgabe). Wie sehr sich der Mangel auf die einzelnen Skoda-Märkte und speziell auf Deutschland auswirkt, sagte der Manager nicht. Nach acht Monaten liegt Skoda in Deutschland mit gut 107.000 Neuzulassungen etwa 2,2 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Der Marktanteil liegt bei 5,9 Prozent.

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Gleichzeitig sieht Schäfer die Möglichkeit zu einer mittelfristigen Verbesserung der Versorgungslage, da die Produktion in Malaysia nach dem Ende eines harten Corona-Lockdowns wieder hochfährt. Gleichwohl werde sich „die Chipkrise noch in das kommende Jahr hineinziehen, aber hoffentlich nicht mehr in der Stärke wie 2021“, sagte Schäfer.

Neben dem Ende der Chip-Krise hat der Skoda-Chef den Wandel zur Elektromobilität auf der Agenda. Er rechnet damit, dass bis Ende des Jahrzehnts die Preise für E-Fahrzeuge deutlich sinken werden. „Deswegen hat Skoda unterhalb des erfolgreichen Elektro-SUVs Enyaq iV drei weitere Elektroautos in Planung“, bekräftigte er frühere Aussagen zur Skoda-Strategie für die kommenden Jahre. Dass der neue Antrieb auch bei der Skoda-Klientel ankommt, zeigen die Enyaq-Verkäufe. Für das E-SUV liegen laut Schäfer bislang 70.000 Bestellungen vor.

Kein Datum für das Verbrenner-Aus

Einen Stichtag für das Verbrenner-Aus bei Skoda wollte Schäfer gleichwohl nicht nennen. „Klar ist jedoch, dass die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 derart stark zurückgeht, dass sich die Produktion irgendwann nicht mehr lohnt“, sagte er auf Nachfrage. Noch gehe der Wechsel zur E-Mobilität nur in kleinen Schritten voran. Allerdings kann sich der Manager schon aus Kostengründen gut vorstellen, dass die Dieselmotoren früher als die Benziner aus dem Antriebsprogramm gestrichen würden.

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 Andreas Grimm

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Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«