Hamburg treibt Mobilitätsalternativen voran

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Hansestadt verfolgt verschiedene Maßnahmen, um die Verkehrswende voranzubringen. Neben der vertieften Partnerschaft mit den alternativen Angeboten von Volkswagen wie Moia verbessert Hamburg mit viel Energie die Infrastruktur für E-Autos.

Ob Sammeltaxis oder Elektroautos: Hamburg setzt auf alternative Mobilitätskonzepte.
Ob Sammeltaxis oder Elektroautos: Hamburg setzt auf alternative Mobilitätskonzepte.
(Bild: VW)

Der Volkswagen- Konzern und die Freie und Hansestadt Hamburg verlängern ihre Mobilitäts-Partnerschaft, die sie vor gut drei Jahren geschlossen haben. Verkehrssenator Michael Westhagemann und VW-Konzernstratege Jürgen Rittersberger zogen eine positive Bilanz der Zusammenarbeit, die noch vertieft werden soll. Der frühere Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und der damalige VW-Chef Matthias Müller hatten die erste Vereinbarung im August 2016 vorgestellt. Darüber hinaus treibt die Hansestadt selbst die Elektromobilität voran mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Das größte Projekt, das VW in der Hansestadt verwirklichte, ist Sammeltaxi-Dienst Moia. Die Investitionen, die VW nicht offiziell bestätigt, sollen bei mehr als 300 Millionen Euro liegen. Rund 200 der goldfarbenen Elektro-Busse mit sechs Sitzen sind mittlerweile in der Hansestadt unterwegs; im nächsten Jahr sollen es 500 werden. Über die Profitabilität des Moia-Dienstes und eines ähnlichen Projektes in Hannover ist nichts bekannt. VW will zunächst in erster Linie Erfahrungen sammeln.

Ein zweites Großprojekt ist das autonome Fahren unter Realbedingungen in einer Großstadt, das VW auf einer Hamburger Teststrecke erprobt. Fünf Test-Golf sind in der Hansestadt unterwegs, vollgepackt mit Laserscannern, Sensoren, Radar und Kameras und einem Kofferraum voller Rechentechnik.

Die Hansestadt Hamburg gab zudem bekannt, dass das selbstgesteckte Ziel von 1.000 öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge in diesem Jahr bereits übertroffen worden sei. Aktuell betreibe die Stromnetz Hamburg GmbH 965 Ladepunkte, teilte die Verkehrsbehörde der „Deutschen Presse-Agentur“ auf Anfrage mit. Hinzu kämen rund 60 Angebote von privaten Ladeinfrastrukturbetreibern wie New Motion oder Allego. Somit stünden in Hamburg mehr als 1.000 öffentlich zugängliche Ladestellen zur Verfügung, womit die Stadt nach eigenen Angaben Vorreiter in Deutschland ist.

Europaweit größte Dichte an Schnellladern

Von den Ladestation sind derzeit 64 sogenannte Schnelllader, was laut Behörde europaweit die größte Dichte ist. Deren städtische Anzahl soll auf mindestens 70 steigen, weitere würden von Drittanbietern geplant, teilte die Behörde mit. Ihren Angaben zufolge waren Anfang Oktober in der Hansestadt 3.871 reine Elektrofahrzeuge zugelassen sowie 2.060 Plug-in-Hybridfahrzeuge und 39 Wasserstofffahrzeuge. In den nächsten fünf Jahren erwartet die Behörde in Hamburg einen Anstieg auf mehr als 50.000 vollelektrische und teilelektrische (Plug-in-Hybrid) Fahrzeuge.

Durch ein im Februar gestartetes Projekt für Elektro-Ladestationen in Wohnhäusern und Gewerbeimmobilien wird die Installation privater Ladeinfrastruktur finanziell unterstützt. Bisher seien bis Ende September 30 Anträge für 290 Ladepunkte bei der Investitions- und Förderbank eingereicht worden, berichtete die Behörde. Das Modellprojekt „Elbe“ dient auch der Entwicklung eines Lastmanagements für die angeschlossenen Ladepunkte. Dieses Lastmanagement soll regulierend in die Stromversorgung eingreifen können, um Lastspitzen abzufedern.

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