Automotive Business Days Heiße Diskussionen um die Zukunft des Service

Von Jan Rosenow

Das Wartungs- und Reparaturgeschäft galt bislang als Fels in der Brandung für die Automobilhändler. Doch auch hier fordern die Autohersteller zunehmend ihren Anteil. Was das für die Händler bedeutet, zeigen Vorträge und eine Podiumsdiskussion auf den Automotive Business Days.

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Updates over the Air: Hier gehen Arbeitsumfänge, die früher Händler erledigt haben, auf den Hersteller über.
Updates over the Air: Hier gehen Arbeitsumfänge, die früher Händler erledigt haben, auf den Hersteller über.
(Bild: Volkswagen AG)

Die Zukunft des Service ist einer der Themenschwerpunkte bei den Automotive Business Days, die »kfz-betrieb« am 21. und 22. Juni zum ersten Mal ausrichtet. Was die Autohersteller darunter verstehen, dazu nehmen Vertreter eines Premium- und eines Volumenherstellers Stellung: So beschreibt etwa S. Patrick Eheim, Leiter Aftersales bei Porsche Deutschland, in seinem Vortrag die digitale Aftersales Customer Journey bei seiner Marke.

Nach seiner Ansicht entstehen durch die wachsende Digitalisierung im Automobilhandel auch neue Erwartungshaltungen und Bedürfnisse von Kunden. Porsche begegnet diesen neuen Anforderungen durch vielzählige digitale Angebote, um Kunden die Wahl und nahtlose Übergänge zwischen ihren bevorzugten Kanälen zu ermöglichen. S. Patrick Eheim erklärt in Würzburg die zentralen Elemente, die Kundenerlebnisse in der wichtigen Phase nach dem Kauf bei dem Sportwagenhersteller prägen.

Laut Karl Hell, Leiter Kundendienst bei Hyundai Deutschland, verfolgt der koreanische Autohersteller im Aftersales eine Doppelstrategie: Zum einen will man den Markenpartnern helfen, ihr klassisches Wartungs- und Reparaturgeschäft möglichst effizient zu gestalten und die vorhandenen Potenziale weiter ausbauen. Parallel dazu führt Hyundai fortschrittliche Technologien wie die Fahrzeugvernetzung und einen digitalen Werkstattprozess ein.

Verkauf und Werkstattleistungen sind „over the Air“ möglich

Doch geht es den Autoherstellern dabei ausschließlich um eine bessere Kommunikation mit dem Kunden und eine effiziente Unterstützung ihrer Markenpartner? Oder wollen sie nicht zuletzt auch direkt Geschäfte mit dem Kunden machen, beispielsweise durch digital abgewickelte Reparaturvorgänge oder den Verkauf von digitalem Zubehör oder Upgrades over the Air?

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Dies wird Thema in einer Podiumsdiskussion sein, in der S. Patrick Eheim und Karl Hell sich den Fragen der Redaktion von »kfz-betrieb« stellen sowie denen von Michael Ziegler, dem Präsidenten des Landesverbands Baden-Württemberg des Kfz-Gewerbes. Weitere Fragen aus dem fachkundigen Publikum sind selbstverständlich ausdrücklich erwünscht.

Datenschutz: „Was dürfen Händler eigentlich noch?“

Ein weiterer Programmpunkt zum Service der Zukunft dreht sich um das heikle Thema Datenschutz. Die aktuellen datenschutzrechtlichen Vorschriften machen es nämlich immer schwerer, die Kunden mit Angeboten und digitalen Marketingmaßnahmen anzusprechen. Der prominente Datenschutzexperte Chan-Jo Jun, Fachanwalt für IT-Recht, beantwortet deshalb in seinem Impulsvortrag: „Datenschutz, Consent Management und ‚Eigentum‘ an Daten“ die wichtige Frage: Was dürfen Autohändler eigentlich noch?

Datenschutz sei wichtig, betont Jun. Aber er sollte nicht so verstanden werden, dass nun jede Datenspeicherung oder elektronische Kommunikation mit den Kunden verboten ist. Der Experte erklärt auf den Automotive Business Days, was Autohändler wissen müssen, um Internetwerbung und digitale Marketingaktionen rechtssicher ausspielen zu können.

Zukunftsstrategien für den Automobilvertrieb und -service in der digitalen Mobilitätswelt

Automotive Business Days Logo

Auf den Automotive Business Days in Würzburg erfahren Sie am 21. und 22. Juni 2022 alles über neueste Entwicklungen rund um den Vertrieb, Service und die Digitalisierung im Kfz-Gewerbe. Praxisbeispiele von Autohäusern und Werkstätten, aber auch aus dem Feld der Herstellerorganisationen zeigen Ihnen, wie sich die Branche auf die Trends von morgen einstellt und neue Konzepte umsetzt. Eine große Branchenausstellung rundet das Angebot ab.

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Die Erstauflage der Automotive Business Days findet am 21. und 22. Juni in Würzburg statt – inklusive einer großen Branchenparty. Der Fachkongress liefert Profis aus dem Automobilhandel und -service vernetztes Wissen aus allen Handlungsfeldern der Kfz-Branche aus einer Hand. Die Partner Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, CG Car-Garantie Versicherungs-AG, Loco-Soft, Mobile.de und TÜV Nord Mobilität unterstützen das neue Event.

Renommierte Speaker – von Kfz-Betrieben, Herstellern und weiteren Branchenakteuren – zeigen auf zwei Bühnen auf, wie Kfz-Betriebe das klassische Business verändern können, um fit für den Wandel in der Automobilwirtschaft zu bleiben. Eine große Branchenausstellung mit Dienstleistungen rund um das Geschäft von Autohäusern und Werkstätten rundet die Veranstaltungstage ab.

Am ersten Kongresstag geht es insbesondere um neue Geschäftsfelder für Handelsbetriebe, um digitale Konzepte für den Fahrzeugvertrieb und Mobilitätsangebote von Händlern, aber auch um Fragen der IT-Sicherheit. Der zweite Kongresstag legt den Fokus auf das Aftersales-Geschäft und dessen Digitalisierung. Das vollständige Programm finden Sie online hier.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist außerdem die Verleihung des neuen „Automotive Business Awards“, der Strategien und Leuchtturmprojekte von Händlern in den Feldern Vertrieb, Service und Digitalisierung auszeichnet. Diese findet am 21. Juni abends statt und mündet in eine große Branchenparty für alle Kongressteilnehmer.

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