Streetscooter Hersteller der Post-Transporter in der Nachspielzeit

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Das Ende von Streetscooter ist beschlossene Sache, trotzdem wächst derzeit der Bedarf an dem E-Transporter. Die Deutsche Post hat weitere Fahrzeuge geordert. Gerüchten zufolge gibt es inzwischen wieder interessierte Investoren.

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Der Streetscooter soll eigentlich auslaufen. Doch die Deutsche Post ordert munter weiter Modelle des E-Transporters.
Der Streetscooter soll eigentlich auslaufen. Doch die Deutsche Post ordert munter weiter Modelle des E-Transporters.
(Bild: Streetscooter)

Um weniger Luftverschmutzung zu verursachen, will die Deutsche Post DHL deutlich mehr Elektrofahrzeuge auf die Straßen schicken. Allein in diesem Jahr werden in Deutschland bis Jahresende 5.000 zusätzliche Streetscooter in Betrieb genommen, sagte Konzernchef Frank Appel am Montag. Damit wären in der DHL-Flotte etwa 20.000 Streetscooter-Einheiten im Einsatz.

Kurios daran ist, dass eben jener Logistik-Konzern DHL als Muttergesellschaft von Streetscooter im vergangenen Jahr die Abwicklung des Aachener Herstellers beschlossen hat. Das einst gefeierte Projekt scheiterte, weil sich in der Automobilindustrie keine Partner für eine breite Vermarktung der Transporter fanden, die das Projekt wirtschaftlich gemacht hätten.

Die Produktion sollte aber weiterlaufen, bis die geplanten Steetscooter-Einheiten für den Eigenbedarf gefertigt sind. Das wird nun wohl deutlich länger dauern, als zuletzt angenommen. Anfang März wurde zudem bekannt, dass wieder verschiedene Investoren an einem Kauf des Unternehmens interessiert seien. Darunter soll laut dem „Manager Magazin“ auch die Investment-Gesellschaft sein, die das ebenfalls aus Aachen stammende Start-Up E-Go Mobile übernommen hat.

Wie auch immer, die Post rechnet weiterhin nicht mehr mit ihrer Transporter-Tochter: Konzernchef Appel äußerte sich zuversichtlich, dass nach dem Produktionsende ein ausreichend großes Angebot externer Transporterhersteller bereitstehen werde, um die eigene E-Flotte weiter hochzufahren.

Bis 2030 soll der Anteil der Stromer in der DHL-Flotte für die Auslieferung von weltweit etwa 18 Prozent (Ende 2020) auf 60 Prozent steigen. Sollte der Plan umgesetzt werden, wären am Ende dieses Jahrzehnts mehr als 80.000 E-Fahrzeuge für das Unternehmen unterwegs. Derzeit hat die Post rund 15.000 Streetscooter unter Strom.

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