Hersteller führen Eigenzulassungen deutlich zurück

Gewerbe- und Privatmarkt weitgehend stabil

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Rückgang der Neuzulassungszahlen hat im Oktober alle Absatzkanäle betroffen. Vor allem geht die Entwicklung aber laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce auf stark rückläufige Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure zurück. Zusätzlich verstärkt hat den Trend ein gesunkenes Interesse der Autovermieter an Neufahrzeugen. Die Nachfrage der Privat- und Gewerbekunden sank ebenfalls, jedoch nur in geringem Umfang.

Laut Dataforce zeigte der Privatmarkt im Oktober die stabilste Entwicklung. Insgesamt brachten Privatkäufer 92.878 Einheiten erstmals auf die Straßen. Das waren nur 1,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt verlor im Oktober 5,6 Prozent des Neuwagenvolumens. Wie schon in den Vormonaten stabilisiert sich damit der Anteil des Privatmarktes weiter. Gingen zuletzt 35,4 Prozent der Neuwagen an Privatkunden, waren es vor Jahresfrist nur 34,0 Prozent.

Im Firmenkunden- und Flottenmarkt fällt der Rückgang mit 2,1 Prozent ähnlich gering aus wie im Privatkundengeschäft. 68.151 Neuwagen gingen in diesen inzwischen zweitwichtigsten Absatzkanal. Zu beachten ist bei der Bewertung der Oktober-Zahlen zudem der statistische Effekt, dass der vergangene Monat zwei Arbeitstage weniger hatte als der Vorjahreszeitraum.

Den größten Anteil an den rückläufigen Zulassungszahlen haben ausgerechnet die Hersteller und Importeure selbst. Sie schränkten ihre Eigenzulassungen im Oktober erheblich ein. Statt 32.738 Eigenzulassungen wie im Vorjahresmonat waren es nun nur noch 25.635 Einheiten (-7.103 Stück). Dataforce führt den Rückgang der taktischen Zulassungen auf die in den Vormonaten „allgemein starke Marktnachfrage“ zurück.

Dagegen senkten die Händler die Eigenzulassungen im Oktober nur zögerlich. Sie brachten 53.563 Eigenzulassungen auf die Höfe, knapp 1.500 Einheiten weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres (-2,7 %). Die Vertriebspartner hatten in den Monaten zuvor allerdings deutlich auf Eigenzulassungen verzichtet.

Bei den Autovermietern ließ nach zuletzt starken Zuwächsen das Interesse an Neufahrzeugen spürbar nach. In diesen Vertriebskanal flossen im Oktober noch 22.497 Einheiten, ein Rückgang um 14,4 Prozent.

Rückläufiger Transporter-Markt

Was für den Neuwagenmarkt allgemein gilt, machte sich im Transporter-Markt ebenfalls bemerkbar. Nach zwei sehr starken Monaten sanken die Zulassungen in diesem Bereich erstmals seit einem Jahr wieder. Laut Dataforce wurden 6,1 Prozent weniger leichte Nutzfahrzeuge und Utilities neu zugelassen. „Eine Verschärfung der Abgasvorschriften für leichte Nutzfahrzeuge hat vermutlich dazu beigetragen, dass einige Käufer ihre Transporter schon im August und September anmeldeten und der Oktober dementsprechend schwächer ausfiel“, heißt es in der Analyse des Marktbeobachters.

Innerhalb der Marktsegmente setzten sich die Entwicklungen der letzten Monate weiter fort. So gingen die Transporter-Neuzulassungen im Gewerbekundenmarkt um 7,2 Prozent zurück (auf 17.850 Einheiten), der Privatmarkt legte dagegen um 3,7 Prozent zu (6.900 Einheiten). Anders als im Pkw-Markt erhöhten die Hersteller und Importeure allerdings die Eigenzulassungen um 15,1 Prozent auf knapp 2.200 Einheiten, während die Händler dieses Mittel seltener einsetzten (-13,6 % / 4.950 Einheiten). Gleich ein Fünftel weniger Neuzulassungen gab es zudem von den Autovermietern (-21,4 % / 2.100 Einheiten).

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