BMW Herstellermarge wieder auf Normalniveau bringen

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Die Münchener gehen trotz Corona-Unsicherheiten mit Zuversicht ins Jahr 2021. Mittelfristig zieht der Autobauer das Tempo in der Elektromobilität an, mindestens jeder zweite Neuwagen soll 2030 einen E-Antrieb haben.

(Bild: Auto-Medienportal.Net/BMW)

Vorstandschef Oliver Zipse rechnet wieder mit mehr Schwung in den Geschäften, die Gewinne sollen deutlich zulegen. Das hat der Hersteller am Mittwoch in München mitgeteilt. In der Autosparte peilt der Autobauer wieder eine Marge wie zuletzt vor der Krise an – gleichzeitig schärft Zipse bei den Zielen für die Elektroantriebe in diesem Jahrzehnt nach.

Zipse will nun stärker ins Rampenlicht rücken, was BMW in Sachen Elektro das laufende Jahrzehnt über vorhat. Investoren honorieren in jüngster Zeit auch wegen des Höhenflugs des US-Elektropioniers Tesla Elektroambitionen von Autokonzernen stärker. In zehn Jahren soll jeder zweite BMW ein reines Elektroauto sein. Ein entsprechender Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurde am Dienstag in Unternehmenskreisen bestätigt.

Dem Bericht zufolge hatte Vorstandschef Oliver Zipse am Montag vor BMW-Managern das Ziel ausgegeben, 2030 weltweit mindestens 50 Prozent vollelektrische Fahrzeuge zu verkaufen. Sollte die Nachfrage nach Stromautos rascher zunehmen, könnten es auch mehr sein. Bisher hatte BMW als Ziel genannt, 2023 sollten 20 Prozent aller verkauften Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb fahren. Der Konzern will seine neuen Modelle ab 2025 auf einer neuen, vor allem auf den E-Antrieb ausgerichteten Plattform aufbauen.

Zielmarge bei 6 bis 8 Prozent

Betriebswirtschaftlich will BMW vor Zinsen und Steuern bei Pkw wieder 6 bis 8 Prozent vom Umsatz als Gewinn behalten. Vergangenes Jahr war die Marge von zuvor schon ungewohnt schwachen 4,9 auf 2,7 Prozent eingebrochen, weil im Frühjahr in Europa wochenlang kaum Autos verkauft werden konnten.

In der zweiten Jahreshälfte hatte sich das Geschäft aber schon wieder deutlich gebessert, vor allem im größten Einzelmarkt China. Analysten hatten mit einer Prognose in dieser Größenordnung gerechnet. Auch Konkurrent Daimler hatte sich für das Pkw- und Van-Geschäft für dieses Jahr wieder spürbar mehr zugetraut.

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„Wir sind mit hoher Dynamik in das neue Jahr gestartet und wollen schnellstmöglich wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen – und darüber hinausgehen“, sagte Zipse laut der Mitteilung. Eigentlich strebt BMW in der Autosparte strategisch eine Marge von 8 bis 10 Prozent an, hatte aber schon vor der Corona-Krise wegen hoher Kosten für neue Modelle und neue Technik etwas weniger veranschlagt.

Geschäftszahlen für 2020 hatte BMW bereits vergangene Woche vorgelegt. Seit Anfang November haben BMW-Aktien wie auch die anderer Hersteller deutlich zugelegt und über ein Drittel an Wert gewonnen – auch weil es seit Anfang März nochmal mehr Rückenwind an der Börse gab. Allerdings hat die VW-Vorzugsaktie seitdem wegen anziehender Fantasie rund um die Elektrooffensive der Wolfsburger rund zwei Drittel gewonnen, Erzrivale Daimler auch dank seiner geplanten Aufspaltung rund 60 Prozent.

Mehr sparen, mehr Elektro

Dieses Jahr bringt BMW mehrere reine Batterieautos auf den hiesigen Markt, darunter das erste vollelektrische SUV i-X3 und später auch das noch größere Technologieflaggschiff i-X, ebenfalls ein SUV. 2023 will BMW in 90 Prozent seiner heutigen Marktsegmente mit einem vollelektrischen Modell vertreten sein.

BMW rechnet dieses Jahr insgesamt mit einem Absatz, der um 5 bis 10 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,3 Millionen Fahrzeugen liegt. Das Konzernergebnis vor Steuern soll „deutlich“ zulegen – also um mindestens 10 Prozent. Vergangenes Jahr war es um ein gutes Viertel auf 5,2 Milliarden Euro gesunken.

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Dabei wollen die Münchener weiter sparen und die Mitarbeiterzahl um bis zu 5 Prozent senken. Dazu setzt das Unternehmen weiter auf die laufenden Programme zur Frühverrentung und besetzt Stellen nicht nach. Bereits 2020 fiel die Mitarbeiterzahl um gut 5.000 auf 120.726. Fünf Prozent weniger würden dieses Jahr damit einen Wegfall von bis zu weiteren 6.000 Stellen bedeuten.

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