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Heycar bekommt Geldspritze von Volkswagen

| Autor: Christoph Seyerlein

Heycar will expandieren – und braucht dafür Geld. Mit dem eigenen Mutterkonzern hat Volkswagen Financial Services nun einen neuen finanzstarken Anteilseigner an Land gezogen. Volkswagen beteiligt sich „in signifikanter Höhe“ an der Plattform.

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Heycar ist um einen Anteilseigner reicher.
Heycar ist um einen Anteilseigner reicher.
(Bild: Heycar)

Volkswagen Financial Services hat die Volkswagen AG als neuen Anteilseigner bei Heycar an Land gezogen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, erfolgt der Einstieg des Konzerns bei der Gebrauchtwagenplattform im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Wie viel Geld sich Volkswagen das kosten lässt, ist nicht bekannt, in der Mitteilung ist aber von einer Beteiligung „in signifikanter Höhe“ die Rede.

An Heycar sind bereits verschiedene Eigner beteiligt. Unter anderem hält Daimler Anteile, auch der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) zählt zu den Teilhabern. Zudem hat sich mancher Autohändler bei der Plattform eingekauft.

Das Geld aus dem Deal mit dem Mutterkonzern dürfte Volkswagen Financial Services nun vor allem in Marketingmaßnahmen investieren. Ähnlich konnte man das zuletzt beispielsweise beobachten, nachdem Daimler bei Carwow eingestiegen war. Letztere haben seitdem unter anderem ihre TV-Präsenz spürbar ausgebaut.

Zudem kann Heycar frisches Kapital auch gebrauchen, um die anvisierte Expansion voranzutreiben. Ende 2019 hatte VW Financial verkündet, mit der Plattform auch in Großbritannien zu starten. „Das wird aber nicht das letzte Land sein“, kündigte CEO Lars Henner Santelmann mit Blick auf weitere europäische Märkte damals an.

„Heycar hebt sich deutlich vom Wettbewerb ab“

Den Einstieg des Volkswagenkonzerns kommentierte Santelmann am Freitag nun folgendermaßen: „Wir freuen uns sehr, dass auch unser Mutterkonzern von Heycar überzeugt ist.“ Die Plattform habe bislang einen erfolgreichen Weg hinter sich. „Mit der neuen Gesellschaftsstruktur schaffe wir die Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und das beabsichtigte weitere internationale Wachstum“, so Santelmann weiter.

Christian Dahlheim, der bei Volkswagen den Konzernvertrieb leitet, sagte: „Die Vermarktung von Gebrauchtwagen hat für den Volkswagen Konzern und seine Handelspartner hohe strategische Bedeutung.“ Er sieht in Heycar „ein qualitativ hochwertiges Angebot“ in diesem Bereich, dass sich zudem deutlich vom Wettbewerb abhebe. Nun habe man gemeinsam die Möglichkeit, die Expansion in Europa voranzutreiben.

Heycar ist in Deutschland seit Oktober 2017 am Markt. Aktuell werden auf der Plattform rund 450.000 Fahrzeuge verschiedener Marken angeboten. In Großbritannien sind es nach Unternehmensangaben nach wenigen Monaten mehr als 160.000 Gebrauchtwagen. Die Plattform will sich als Alternative zum marktbeherrschenden Duopol von Autoscout 24 und Mobile.de etablieren. Die Betreibergesellschaft Mobility Trader ist bei der Volkswagen-Finanzsparte angesiedelt.

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