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Historischer Höchstwert: Jeder dritte neue Pkw im April war ein Firmenwagen

| Autor: Andreas Wehner

Die deutschen Pkw-Neuzulassungen waren im April aufgrund der Corona-Krise erwartungsgemäß noch deutlicher im Minus als im März. Dabei kam der Flottenmarkt glimpflicher davon als die anderen Segmente.

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(Bild: Daimler)

Im April hat sich die Talfahrt bei den Pkw-Neuzulassungen wenig überraschend weiter beschleunigt. Bei einem Gesamtmarktrückgang von 61,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Verluste in den einzelnen Marktsegmenten jedoch unterschiedlich hoch.

Am besten schnitt im vergangenen Monat noch der Flottenmarkt ab, wie eine Auswertung der Marktbeobachter von Dataforce ergeben hat. Die Zahl der gewerblichen Neuzulassungen ging um 47,7 Prozent auf 41.171 Einheiten zurück. Da sich die anderen Segmente deutlich schlechter entwickelten, bedeutete dieser Wert einen historischen Höchststand beim Marktanteil: 34,1 Prozent der neu registrierten Fahrzeuge im April waren Firmenwagen.

Auf private Halter entfielen 50.663 erstmals angemeldete Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang um 57,8 Prozent verglichen mit dem April 2019.

Beide Kanäle profitierten jedoch noch von Bestellungen aus dem Jahr 2019 oder vom Jahresanfang 2020. Der Nachfragerückgang dürfte hier nach Einschätzung von Dataforce erst mit einigen Monaten Verzögerung durchschlagen. Aktuell sind für die Rückgänge zu einem großen Teil die Einschränkungen bei Zulassungsstellen und Händlern, aber auch Lieferengpässe verantwortlich.

Eigenzulassungen stark eingeschränkt

Angesichts ohnehin schon voller Höfe schränkte der Fahrzeughandel seine Eigenzulassungen im April stark ein. 14.747 neu registrierte Pkw entsprachen einem Minus von 71,8 Prozent. Die Hersteller reduzierten ihre Zulassungen um 65,4 Prozent auf 9.371 Einheiten.

Die Autovermieter reduzierten ihre Neuzulassungen minus 85,0 Prozent am stärksten. Nur 4.888 Einheiten entfielen im April auf dieses Segment. Das ist laut Dataforce einerseits auf die generelle Zurückhaltung bei taktischen Maßnahmen zurückzuführen. Darüber hinaus ging die Nachfrage nach Mietwagen durch den gleichzeitigen Ausfall von Geschäftsreisen und Tourismus besonders stark zurück.

Der Transportermarkt zeigte sich im vergangenen Monat mit minus 52,6 Prozent ebenfalls tiefrot und beim Blick auf die Vertriebskanäle mit ähnlichen Trends. Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities brachen die Neuzulassungen der Autovermieter am stärksten ein (- 84,9 %). Der Flottenmarkt schnitt im Vergleich zu den anderen Kanälen mit minus 40,6 Prozent noch verhältnismäßig gut ab.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«