Hochfest und leicht – der Materialmix im Skoda Octavia

Autor / Redakteur: Thomas Günnel / Andreas Grimm

Das passende Materialkonzept entscheidet darüber, wie sicher ein Auto ist und wie leicht es sich fährt. Beim neuen Octavia nutzt Skoda in großem Umfang entsprechende Werkstoffe. An einer Stelle versagt das Konzept dennoch.

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Skoda verwendeet im neuen Octavia in großem Umfang höchstfesten, warmumgeformten Stahl.
Skoda verwendeet im neuen Octavia in großem Umfang höchstfesten, warmumgeformten Stahl.
(Bild: Skoda)

Skoda hat die vierte Generation des Octavia in den Verkauf gebracht. Als „außergewöhnlich fest“ beschreibt der Automobilhersteller die Karosserie des Modells. Möglich wird das mittels eines durchdachten Materialkonzeptes: So genannter Tiefziehstahl macht nur 26,3 Prozent der Karosserie aus und findet sich hauptsächlich in Oberflächenteilen. Ganze 20,6 Prozent der Karosserie bestehen aus höchstfestem, warmumgeformtem Stahl.

Der ist bis zu siebenmal fester als herkömmliche Tiefziehstähle; wegen dieser besonderen Eigenschaften sind Teile aus dem Werkstoff auch an crash-sensiblen Stellen am Fahrzeug einsetzbar – aber dünner und damit leichter als vergleichbare andere Werkstoffe. Wegen ihrer besonders hohen Festigkeit können so gefertigte Teile auch an Stellen mit Frontal- und Seitenaufprallstrukturen dünner und damit leichter gehalten werden.

Die verwendeten Stahlsorten in der Karosserie des neuen Skoda Octavia (zum Vergrößern bitte Bild klicken).
Die verwendeten Stahlsorten in der Karosserie des neuen Skoda Octavia (zum Vergrößern bitte Bild klicken).
(Bild: Skoda)

Beim Betrachten der reinen Zahlen fällt dennoch auf, dass der neue Octavia schwerer ist als sein Vorgänger: 1.338 Kilogramm Leergewicht der Limousine stehen 1.150 Kilogramm des Vorgängers gegenüber. Dafür ist der Neue natürlich wieder größer geworden, 19 Millimeter länger und 15 Millimeter breiter. Ein sinkendes oder zumindest stabiles Gewicht wäre allerdings hilfreich, um die Emissionen im Fahrbetrieb weiter zu senken.

Komfortabler mittels Topologieoptimierung

Neben der Sicherheit geht es um Fahrspaß und Komfort. Letzteren hat der Automobilhersteller nach eigenen Angaben verbessert. Mit modernen Materialien und Berechnungsmethoden wie der Topologieoptimierung sei eine höhere dynamische Verdrehsteifigkeit der Karosserie als beim Vorgänger erreicht worden.

Zum Leichtbau beigetragen haben außerdem altbekannte Verfahren, wie das sogenannte „Tailor Rolled Blank“: Das bedeutet: Es lassen sich Bauteile mit unterschiedlicher Blechdicke herstellen. Dabei sind die Teile nur an den Stellen dicker ausgeführt, wo es notwendig ist. Beim neuen Octavia nutzt Skoda das Verfahren, um die A- und B-Säule zu fertigen.

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An zahlreichen Stellen findet sich zudem Mehrphasenstahl, auch Dualphasenstahl genannt. Er ist nach dem Verformen „sehr gut dehnbar und zugleich sehr fest“, beschreibt Skoda. Im Octavia findet er sich erstmals auch beim Oberflächenteil der Gepäckraumklappe.

Über den Komfort des neuen Octavia müssen die Kunden abstimmen. Was die Sicherheit angeht, hat Euro NCAP den Hersteller bereits bestätigt: Fünf Sterne im Crashtest machen ihn zu den sichersten Fahrzeugen seiner Klasse.

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