Höherer Umweltbonus für E-Autos ohne Wirkung

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Der Effekt des höheren Umweltbonus auf das Geschäft mit den E-Autos blieb im Februar in Baden-Württemberg aus. Ob die Kaufzurückhaltung im Februar der Corona-Krise geschuldet ist oder auf Skepsis gegenüber der E-Mobilität beruht, müsse abgewartet werden, so der Kfz-Landesverband.

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Die Erhöhung des Umweltbonus für den Kauf von E-Autos blieb im Südwesten des Landes bislang ohne Effekt.
Die Erhöhung des Umweltbonus für den Kauf von E-Autos blieb im Südwesten des Landes bislang ohne Effekt.
(Bild: BMW)

Nur 967 (Vormonat: 1.334) Anträge für die Auszahlung des höheren Umweltbonus wurden beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Februar registriert. „Noch lässt sich der modifizierte Umweltbonus nicht einschätzen“, so Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg.

„Wir wissen nicht, ob wir gerade die Ruhe vor dem möglichen Ansturm auf die von Staat und Herstellern gefüllten Fördertöpfe erleben. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Flaute nicht zuletzt durch die Corona-Krise anhalten wird. Zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus untersagt die Regierung derzeit den stationären Handel, auch den mit Automobilen. Die Autohäuser bleiben aber selbstverständlich online und telefonisch für alle Kunden erreichbar. Der Fahrzeughandel läuft nun eben digital“, so Ziegler.

Der Umweltbonus für Elektrofahrzeuge ist um fünf Jahre bis Ende 2025 verlängert worden und auf 6.000 Euro gestiegen. Er wird für Elektrofahrzeuge gewährt, die nach dem 5. November 2019 zugelassen worden sind – auch rückwirkend. Die Neuregelung hat laut Ziegler ein zwischenzeitliches Abwarten ausgelöst, denn im Idealfall gebe es jetzt für den Autokauf 50 Prozent höhere Fördergelder als zuvor.

In den Südwesten seien seit Start der E-Prämie Mitte 2016 insgesamt 29.110 Anträge bewilligt worden, davon 18.655 für rein batteriebetriebene Fahrzeuge, so der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg. Bei einem Nettolistenpreis von weniger als 40.000 Euro erhielten die Antragsteller für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) nun jeweils insgesamt 6.000 Euro und für Plug-in-Hybride (PHEV) 4.500 Euro.

Bei einem Nettolistenpreis von über 40.000 bis zu 65.000 Euro bekämen Käufer von BEV 5.000 Euro, die von PHEV 3.750 Euro als Zuschuss. Der Umweltbonus könne erstmals auch für junge, gebrauchte E-Fahrzeuge unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden. Die Liste des BAFA für förderfähige Fahrzeuge weise mittlerweile Preise für Gebrauchtwagen auf.

Das Kfz-Gewerbe verstumme in der Corona-Krise, in der es jetzt auch um die Rettung des Autohandels an sich gehe, nicht mit der Kritik an der Einseitigkeit dieser finanziellen Förderungen, so Landesverbandchef Ziegler. Subventionen nur für die Käufer seien nicht die Lösung für innovative Schritte zu einer klimafreundlichen Mobilitätswende. Es sei ein nie gekannter Eingriff in den Markt, der zulasten anderer „sauberer Fahrzeuge gehe“, sagt Ziegler. Opfer seien beispielsweise gasbetriebene Fahrzeuge, „aber auch die mittlerweile saubersten Dieselfahrzeuge, die wir jemals hatten“.

Auch auf E-Fuels und Wasserstoff setzen

Das Kfz-Gewerbe sei zudem technologieoffen eingestellt und plädiere für eine gleichrangige Unterstützung von E-Fuels und Wasserstoff. Wenn aber gerade die E-Mobilität zum Erfolg geführt werden soll, dann gehe das nicht ohne den Handel, so Ziegler. „Daher würde das Kfz-Gewerbe es begrüßen, wenn sich die Förderungen nicht nur an die Käufer, sondern auch an die Autohäuser als Vermittler richten würden. Diese müssen zum einen in Ladetechnik und andere Ausrüstung investieren. Zum anderen werden sie je nach Hersteller zu Quoten beim Elektroautoverkauf gezwungen, die von Faktoren abhängig sind, die sie nicht beeinflussen können. Das ist betriebswirtschaftlicher Selbstmord.“

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