Honda Civic Tourer: Europäische Angelegenheit

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die Amerikaner mögen nur die Limousine, für die Japaner ist schon der Fünftürer eine Zumutung. Kein Wunder, dass es vom Honda Civic bislang keinen Kombi gab. Jetzt haben sich die Europäer durchgesetzt.

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Honda bringt den Civic auch als Kombi.
Honda bringt den Civic auch als Kombi.
(Foto: Honda)

Jedes zweite Auto in der Golf-Klasse ist ein Kombi. Wer in diesem Segment keine große Klappe riskiert, der büßt automatisch einen großen Teil des Marktes ein. Das hat nach vielen Jahren auch Honda begriffen und baut nach über zwei Jahrzehnten wieder einen Kombi in der Kompaktklasse. „Tourer“ heißt der Lademeister, der seine Weltpremiere als Serienmodell im September auf der IAA in Frankfurt feiert und nach dem Jahreswechsel in den Handel kommt.

Weil die Amerikaner nur die Limousine fahren und die Japaner schon den Fünftürer ausschließlich als sportlichen Type-R ins Land lassen, ist der Kombi eine rein europäische Angelegenheit, sagt Patrik Ponec, der bei Honda die Produktplanung leitet. „Deshalb wurde diese Variante auch komplett in Europa entwickelt.“ Design, Konstruktion, Abstimmung, all das hat die Honda-Mannschaft im englischen Werk Swindon und im Entwicklungszentrum Offenbach ohne Schützenhilfe aus Japan gestemmt.

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Für das Auto war das ganz sicher kein Schaden. Diesen Eindruck zumindest gewinnt man bei der ersten Testfahrt mit einem frühen Prototypen. Der 88 kW/120 PS-Diesel aus dem Fünftürer klingt zwar noch ein bisschen zu kernig und die Schaltung hakt bei schnellen Gangwechseln noch ein wenig. Doch das Fahrwerk passt gut zu den europäischen Straßenverhältnissen: „Sicher bei hohem Tempo auf der Autobahn und agil auf der Landstraße. Und das ganze berechenbar und ohne böse Überraschungen“, fasst Fahrdynamiker John Hargreaves seinen Anforderungskatalog zusammen.

Dafür hat er ziemlich tief in die Trickkiste gegriffen. „Schließlich haben wir dem Civic nicht einfach nur einen Rucksack aufgesetzt, sondern wollten ein Auto wie aus einem Guss“, sagt Hargreaves. Um die unterschiedlichen Lasten bei unterschiedlichen Belastungszuständen auszugleichen, baut Honda im Civic deshalb erstmals eine adaptive Federung an der Hinterachse ein. Sie will nicht nur ein Höchstmaß an Stabilität und Komfort in allen Fahrzeugzuständen und Fahrsituationen bieten. Sie lässt dem Fahrer zudem auch die Wahl, ob er es gerne straff oder schlaff hat und gelassen dahin gondeln oder rasant durch die Kurven räubern will.

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