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Honda Jazz: Eine Kiste geht noch

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Der mindestens knapp 16.000 Euro teure Kleinwagen kommt am 26. September auf den Markt. Honda traut seinem Raumwunder 7.000 bis 8.000 Neuzulassungen zu.

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Der neue Honda Jazz wird am 26. September im Handel eingeführt.
Der neue Honda Jazz wird am 26. September im Handel eingeführt.
(Foto: Honda)

Wenn es um Raumangebot und Funktionalität geht, macht dem neuen Jazz so schnell keiner etwas vor: Kein anderes Fahrzeug im Kleinwagensegment bietet den Insassen und deren Gepäck – egal ob Palme, Surfbrett oder Umzugskartons – auch nur annähernd so viel Platz wie Hondas vier Meter langes Einstiegsmodell. Nicht ohne stolz weist der Frankfurter Importeur darauf hin, dass die Fondpassagiere sogar mehr Kniefreiheit genießen wie in der S-Klasse von Mercedes.

Premiumniveau hat allerdings auch der Einstiegspreis des Kleinwagens, der am 26. September in den Handel rollt: Los geht es ab 15.900 Euro. Damit kostet das gut ausgestattete Basismodell knapp 3.000 Euro mehr als sein Vorgänger.

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Auch die von Honda genannten Wettbewerber VW Polo (ab 12.600 Euro), Mazda 2 (12.790 Euro), Nissan Note (13.990 Euro), Renault Clio (11.990 Euro), Toyota Yaris (11.990 Euro) und Renault 208 (12.150 Euro) sind deutlich günstiger zu haben. Lediglich für den Audi A1 müssen die Käufer im Vergleich zum Jazz der dritten Generation 1.000 Euro mehr auf den Tisch legen.

Zwischen 7.000 und 8.000 Neuzulassungen

Trotz der höheren Preispositionierung ist Vertriebschef Ingo Nyhues optimistisch, an den Verkaufserfolg des Vorgängers anknüpfen zu können: Zwischen 7.000 und 8.000 Einheiten will der Frankfurter Importeur im ersten vollen Verkaufsjahr vermarkten – in etwa so viele Käufer hatten auch zum Vorgänger gegriffen.

Im Visier hat Honda all Jene, die ein funktionales, sparsames und zuverlässiges Fahrzeug für das urbane Umfeld suchen – mit einer dynamischen Karosserie. Nyhues geht davon aus, das traditionell hohe Durchschnittsalter der Jazz-Kunden mit dem neuen Modell spürbar senken zu können.

Die Qual der Wahl in Sachen Antrieb haben die Käufer des neuen Jazz nicht: Während der Vorgänger mit zwei Benzinmotoren und alternativ auch als Hybridvariante erhältlich war, gibt es den neuen Jazz zum Marktstart nur noch mit einem 75 kW/102 PS starken 1,3-Liter-Benziner der neuen Motorenfamilie „Earth Dream Technology“.

Ein Traum ist der neue Antrieb, der nach Angaben des Herstellers schneller als der alte 1,4-Liter-Motor und sparsamer als der 1,2-Liter-Antrieb im alten Jazz ist, allerdings nicht – das neue Sechsganggetriebe meistert seine Aufgabe zwar präzise, doch der Motor mit serienmäßiger Start-Stop-Funktion quittiert schnelles Beschleunigen mit einer so lauten Unmutsbekundung, dass man es vorzieht, das Gaspedal nur vorsichtig anzutippen. Und während man so sachte vor sich hinfährt, bedauert man es, dass Honda dem Jazz nicht seinen sensationell guten neuen Dieselantrieb gegönnt hat.

Umfangreiche Serienausstattung

Spendiert hat Honda seinem Erfolgsmodell, das sich seit seiner Markteinführung im Jahr 2001 europaweit über 780.000 Mal verkauft hat, hingegen eine umfangreiche Serienausstattung. Sie geht weit über das Maß hinaus, das man bei den Einstiegsmodellen der Kleinwagen-Wettbewerber findet.

Bereits in der Basisversion Trend sind fast alle Sicherheitssysteme ab Werk mit an Bord – von ABS mit einer elektronischen Bremskraftverteilung über einen Bremsassistenten und einem Druckverlust-Warnsystem bis hin zu LED-Tagfahrlichtern und einer Nebelschlussleuchte.

Auch nützliche Fahrerassistenzsysteme wie eine Berganfahrhilfe, ein City-Notbremsassistent, eine Geschwindigkeitsregelanlage sowie ein Licht- und Regensensor sind im Einstiegsmodell verbaut. Lediglich die Einparkhilfe, der Fernlichtassistent, der Spurhalteassistent und die Verkehrszeichenerkennung sowie der damit verbundene Geschwindigkeitsbegrenzer sind erst ab der mittleren Ausstattungslinie erhältlich, die bei 16.850 Euro startet.

Ebenfalls Serie in der mittleren Linie ist ein neues Infotainment-System. Das auf Android basierende Konzept, das über einen 7-Zoll-Touchscreen bedient wird, ist mit einer Reihe vorinstallierter Apps ausgestattet und erlaubt den Zugriff auf zahlreiche Internetdienste wie Echtzeit-Verkehrsinformationen, Wetterinfos, Musik-Streaming oder den eigenen Facebook- und Twitter-Account.

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Dem 18.450 Euro teuren Topmodell „Elegance“ vorbehalten sind neben 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und einer Klimaautomatik unter anderem eine Alarmanlage, Nebelscheinwerfer und eine Rückfahrkamera.

Fazit: Der neue Honda Jazz ist ein Kleinwagen, der angesichts seines beeindruckenden Platzangebots eigentlich gar keiner ist. Den Entwicklern ist es gelungen, dem bereits sehr geräumigen Vorgänger noch mehr wertvolle Zentimeter rauszukitzeln, die ganz den Insassen und deren Gepäck zugute kommen. Angesichts der umfangreichen Serienausstattung im Jazz passt das Preis-Leistungsverhältnis zwar, aber es besteht durchaus die Gefahr, durch den im Vergleich zum Wettbewerb und zum Vorgänger deutlich höheren Einstiegspreis die preissensiblen Kunden zu verlieren.

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