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Hummer auf Japanisch und Spanisch

| Autor / Redakteur: press-inform/sd / Steffen Dominsky

Wer meint, dass der Hummer H1 oder auch „Humvee“ weltweit einzigartig sei, irrt gewaltig. Toyota stellte seinen Mega Cruiser Mitte der Neunzigerjahre vor. Dessen Name ist Programm. Und mit dem Vamtac von Uro gibt es zudem noch einen spanischen Vertreter eines „Mega-Jeeps“.

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Sieht aus wie ein amerikanischer Hummer, ist aber keiner: der „Mega Cruiser“ stammt von Toyota.
Sieht aus wie ein amerikanischer Hummer, ist aber keiner: der „Mega Cruiser“ stammt von Toyota.
(Bild: megacruiser.de)

Im Gegensatz zu seinem Vorbild, dem Hummer H1, wurde der Mega Cruiser von Toyota nicht für den reinen Armeedienst kreiert, sondern auch als Zivilvariante, um Privatleuten und Hilfs- und Rettungsorganisationen ein überaus robustes Fahrzeug für den Offroad-Einsatz bieten zu können. Insbesondere Feuerwehr und Katastrophenschutz sollten sich für den großen Bruder des Toyota Land Cruiser erwärmen können, so die Idee der Toyota-Bosse. Zudem sollte er auch für Privatkunden mit Allradgelüsten interessant sein. Letztlich kamen aber die allermeisten Fahrzeuge in den Militärdienst, insbesondere, um Spezialeinheiten zu transportieren oder Güter bis hin zu Raketenwerfern ins unwegsame Terrain zu bringen.

Die Länge des Mega Cruiser ist mit 5,09 Metern dabei weit weniger imposant als seine Breite, die mit 2,15 Metern nicht nur für die meisten Straßen in Japan eine Herausforderung ist, sondern auch für den Fahrer. Der Radstand des Allradmonsters beträgt mächtige 3,40 Meter.

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Um dieses dennoch einigermaßen handlich zu machen, egal ob auf oder abseits befestigter Straßen, haben die Toyota-Ingenieure in die Trickkiste gegriffen: Sie verpassten ihrem Riesenbaby kurzerhand eine Allradlenkung. Das heißt, auch die Hinterräder lenken bei Bedarf um bis zu zwölf Grad mit und reduzieren somit den Wendekreis des automobilen Hochseeschiffs beträchtlich: Mit gerade einmal 11,20 Metern liegt der auf normalem Pkw-Niveau. Zudem verpassten die Verantwortlichen dem Mega Cruiser, analog dem Hummer, separate Vorgelege an den Achsen und schufen somit Portalachsen. Das erhöht die Bodenfreiheit signifikant, was sich im harten Geländeeinsatz auszahlt.

Viel Hubraum, wenig Zylinder

Während der große Hummer entweder von einem 5,7 Liter großen V8-Benziner oder Dieselmotoren mit 6,2 und 6,6 Litern und einem Leistungsspektrum von 150 bis über 300 PS angeboten wurde, geht es beim knapp 2,10 Meter hohen Toyota Mega Cruiser etwas bodenständiger zu. Darüber hinaus ist der Selbstzünder ein Verbrenner von der Stange, denn ein 4,1 Liter großer Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung und einer Leistung von 155 kW/211 PS arbeitete in ähnlicher Form auch im Toyota Land Cruiser. Das maximale Drehmoment von 390 Newtonmeter ab 1.800 U/min sorgt zusammen mit der Bodenfreiheit von 42 Zentimetern und entsprechenden Allradsperren sowie Untersetzungen dafür, dass sich der mächtige Japaner aus nahezu allem befreien kann, was ihn aufzuhalten versucht. 37 Zoll große Geländereifen tragen ihrerseits dazu bei, dass es kaum Hindernisse für den Mega Cruiser gibt.

Je nach Aufbau liegt das Leergewicht des Wagens bei 2,9 Tonnen. Im Innenraum gibt es Platz für bis zu sechs Personen (vorne zwei, hinten vier), wobei Gegenstände bis zu einer Länge von 2,05 Metern eingeladen oder 600 Kilogramm schwere Lasten transportiert werden können, wenn man die Rücksitze umklappt – ideal für den Einsatz als Berge- oder Forschungsfahrzeug. Wie beim Hummer H1 gab es den Toyota Mega Cruiser nicht nur mit verschiedenen Aufbauten bis hin zu Panzerungen, sondern auch komplett ohne Aufbau mit herunterklappbarer Windschutzscheibe.

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