Hybridantrieb: Die neue Generation rollt an

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Europäische Variante

Doch das könnte sich ändern, denn auf der IAA feiern neben Audis A8 auch andere Hybridautos der nächsten Generation Premiere. Allen voran der neue Toyota Prius PHEV, der die Lücke zum Elektroauto schließt. Anders als der normale Prius lässt sich die neue Plug-In-Modellvariante auch an der Steckdose aufladen. So verzehnfacht sich die Reichweite im reinen E-Modus von gut zwei auf 20 Kilometer. Für viele Alltagsfahrten dürfte das wohl ausreichen. Erst danach fährt der Viersitzer im bekannten Hybridmodus mit zwei Motoren weiter. Auf 100 Kilometern soll der Kraftstoffverbrauch somit nur 2,2 Liter betragen.

Da für den Reichweiten-Fortschritt teure Lithium-Ionen-Batterien nötig waren, wird der verbesserte Prius aber wohl um die 35.000 Euro kosten – fast 10.000 Euro mehr als das normale Modell. Trotzdem gilt die Plug-In-Technik als zukunftsträchtig - auch Volvo plant für 2012 ein Modell auf Basis seines Mittelklassekombis V60. Dann allerdings mit Diesel- statt Ottomotor.

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Diesen sozusagen europäischeren Ansatz verfolgt auch PSA Peugeot Citroen. Mit dem Einsatz des Diesels in einem Hybridsystem sollen endlich auch die Käufer auf dem heimischen Kontinent überzeugt werden. Der Mittelklassekombi 508 RXH muss zwar ohne Plug-In-Technik auskommen, wartet aber mit einem Verbrauch von nur 4,2 Litern auf. Die gleiche Technik ist auf der IAA auch an Bord der Modelle Peugeot 3008 Hybrid und Citroen DS5 zu sehen.

Opel Ampera auf eigenen Pfaden

Einen Sonderweg schlägt Opel mit dem Ampera ein. Der Rüsselsheimer Hersteller bezeichnet den kompakten Viersitzer zwar offiziell als Elektroauto – allerdings könnte man ihn mit gleicher Berechtigung auch Hybrid nennen. Denn unter seinem Blech arbeiten zwei Motoren: ein E-Motor, der den Großteil der Antriebsarbeit übernimmt und ein Benziner als Generator. Der sorgt bei niedrigem Batteriestand für Stromnachschub, treibt in gewissen Situationen aber mit Hilfe des Generators auch direkt die Räder an. Mit 42.900 Euro ist der Opel deutlich teurer als ein Plug-In-Hybrid, bietet aber die drei- bis vierfache Reichweite im E-Modus.

Auch wenn der Hybridantrieb vielen Experten nur als Brückentechnologie zum richtigen Elektroauto gilt – der Zeitraum, den der Doppelmotor überspannen muss, ist beträchtlich. Für 2020 rechnet die Bundesregierung in ihrem Entwicklungsplan Elektromobilität mit einem Marktvolumen von 18 Millionen Hybridautos weltweit – der E-Automarkt liegt dann bei erst sieben Millionen Fahrzeugen, inklusive Plug-in-Hybride.

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