Weiterbildung Hyundai baut neue Trainingsakademie

Autor: Andreas Wehner

Das koreanische Fabrikat will mit einem neuen Weiterbildungszentrum der technischen Entwicklung Rechnung tragen. Es beherbergt künftig neben einem Filmstudio auch den Online-Showroom. Wir haben mit Aftersales-Chef Karl Hell über die Hintergründe gesprochen

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So könnte Hyundais neues Trainingszentrum künftig aussehen.
So könnte Hyundais neues Trainingszentrum künftig aussehen.
(Bild: Hyundai)

Hyundai baut in neues Trainingszentrum. In Hösbach – unweit von Aschaffenburg – legte der Importeur Ende August den Grundstein für das neue Gebäude. Dort sollen künftig Workshops und Präsenztrainings stattfinden, digitale Trainings entstehen sowie andere interne Veranstaltungen stattfinden.

Neben einem Filmstudio ist dort künftig auch Hyundais Online-Showroom stationiert. Zudem gibt es einen speziell aufgebauten Werkstattbereich, in dem technische Dokumentationen für komplexe Reparaturlösungen erstellt werden. Auch der technische Support ist dort untergebracht – bis hin zu einer Werkstatt, in der besonders schwierige Fälle von Spezialisten des Importeurs direkt repariert werden können. Die Trainingsakademie ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Bereiche Vertrieb und Aftersales. »kfz-betrieb« hat mit Karl Hell, Direktor Aftersales, über die Hintergründe gesprochen.

Karl Hell ist Direktor Aftersales bei Hyundai Motor Deutschland.
Karl Hell ist Direktor Aftersales bei Hyundai Motor Deutschland.
(Bild: Hyundai)

Redaktion: Bislang schulen Sie die Mitarbeiter der Hyundai-Partner in Heilbronn. Was sind die Gründe für den Neubau und den Umzug nach Hösbach?

Karl Hell: Das hat mehrere Gründe. Der Standort Heilbronn existiert aus der Historie heraus. Dort in der Nähe, in Neckarsulm, war ja früher der Sitz von Hyundai Motor Deutschland. Seit einigen Jahren ist unser Firmensitz in Offenbach. Mit dem Neubau in Hösbach rücken wir deutlich näher an die Zentrale. Zudem brauchen wir für die Schulung unserer Mitarbeiter und unserer Handelsorganisation einen zeitgemäßen Standort. Heute ist viel mehr Technologie erforderlich als früher. Und schließlich wollen wir im neuen Trainingszentrum auch unseren Online-Showroom und den technischen Support für unsere Händler unterbringen – inklusive einer Werkstatt für schwierige Fälle. Es wird also eher ein Kompetenzzentrum als nur ein Trainingszentrum sein.

Also ist künftig alles größer, schöner und moderner?

Schöner und moderner auf jeden Fall. Wir werden ein zeitgemäßes Trainingszentrum mit viel digitaler Technik haben. So wird es dort auch eine Greenbox geben – also eine Art Filmstudio, in dem wir die handelnden Personen in eine digitale Umgebung einblenden können. Das schafft neue Möglichkeiten. Größer wird das neue Trainingszentrum nicht, im Gegenteil. Wir brauchen zukünftig nicht mehr so viel Platz, da wir mehr Wissen online vermitteln wollen. So können wir unsere Partner schneller und einfacher erreichen. Das hatten wir im Übrigen bereits vor Corona so geplant.

Aber gerade für technische Schulungen ist es doch wichtig, dass man mal etwas direkt zeigen kann.

Richtig. Aber gerade wenn es um kürzere Trainings geht, die nur einen oder zwei Tage dauern, steht die Reisezeit beispielsweise für einen Werkstattmitarbeiter aus Schleswig-Holstein in keinem Verhältnis zur Schulungsdauer. Das wollen wir verstärkt per Webinar machen. Wenn wir kurzfristigen Handlungsbedarf sehen, beispielsweise bei einer Service Aktion, können wir innerhalb kürzester Zeit ein E-Learning dazu erstellen und an den Handel verschicken. Längere Schulungen führen wir nach wie vor vor Ort durch. Das ist bei manchen Fortbildungen sogar erforderlich, beispielsweise bei der Hochvoltschulung Stufe 3. Und ebenfalls sollte auch zukünftig der persönliche Kontakt nicht zu kurz kommen.

Die Hochvoltschulung ist ein gutes Stichwort. Mit dem Ioniq 5 zündet Hyundai eine neue Stufe in Sachen Elektromobilität. Wie sehen Sie den Handel da inzwischen aufgestellt?

Unsere Partner sind da sehr engagiert. Künftig muss jeder Betrieb zwei Mitarbeiter in der Werkstatt haben, die für die Arbeit an Hochvoltsystemen geschult sind. Auch im Vertrieb gibt es aktuell großen Schulungs- und Informationsbedarf. Dafür gibt es für die Verkäufer beispielsweise ein Vor-Ort-Coaching in den Betrieben.

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 Andreas Wehner

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Redakteur Newsdesk Automotive