Hyundai ix35 Fuel Cell: Anfang der Alltäglichkeit

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Hyundai bringt als erster die Brennstoffzelle in die Serie. In Kleinserie, um genau zu sein. Für den Normalkunden ist die neue Technologie allerdings noch zu teuer.

Firma zum Thema

Den Hyundai ix35 gibt es künftig mit Brennstoffzellenantrieb.
Den Hyundai ix35 gibt es künftig mit Brennstoffzellenantrieb.
(Foto: Hyundai)

Hyundai prescht bei der Brennstoffzelle voran und bringt die neue Antriebstechnologie als erster Hersteller in Serie: 1.000 Autos wollen die Koreaner bis 2015 auf die Straße bringen und die meisten davon in Europa losschlagen, sagt Produktmanager Christian Löer.

Als technische Basis haben sie dafür den Geländewagen ix35 auserkoren, der sich von außen nur durch ein paar bunte Aufkleber und innen durch geänderte Instrumente und einige zusätzliche Grafiken im Bordmonitor vom konventionellen Modell unterscheidet.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Doch die Innereien sind komplett neu: Unter dem Wagenboden im Heck stecken zwei Wasserstofftanks und vorn unter der Haube die eigentliche Brennstoffzelle, die das Edelgas an speziellen Membranen aufspaltet und dessen Energie in Strom umwandelt. Während aus dem Auspuff nur noch Wasserdampf säuselt, fließt der Strom in einen Lithium-Polymer-Akku und von dort in einen Elektromotor mit 100 kW/136 PS und 300 Nm Drehmoment.

Kein Zischen, Blubbern oder Brodeln

Dass man mit einem rollenden Kraftwerk unterwegs ist, merkt man am Steuer des ix35 nicht. Man spürt lediglich, dass der Wagen um einiges schwerer ist (200 kg) als sonst. Vorn unter der Haube sieht man ein paar Starkstromleitungen und hinten unter dem Kofferraumboden erkennt man die riesige Beule für einen der beiden Wasserstofftanks. Doch man hört kein Zischen oder Rauschen, es blubbert und brodelt nichts, und auch das Fahrverhalten ist völlig unspektakulär.

Wie jedes Elektroauto surrt auch der zum Fronttriebler abgerüstete Geländewagen etwa beim Ampelspurt mit viel Elan davon. Und wie bei jedem Stromer geht auch dem ix35 jenseits des Ortsschilds ein wenig die Puste aus, so dass er am Ende 12,5 Sekunden bis Tempo 100 braucht und bei 160 Sachen die weitere Beschleunigung einstellt.

Den Unterschied zu einem konventionellen Elektrofahrzeug merkt man jedoch spätestens nach den ersten 100 Kilometern. Denn wo bei einem Stromer dann so langsam die Batterie zur Neige geht und man angstvoll auf die Reichweiten-Anzeige schielt, hat sich die Tankuhr beim ix35 noch kaum bewegt. Kein Wunder: Die knapp sechs Kilo Wasserstoff im Unterboden reichen für fast 600 Kilometer.

(ID:39983810)