IAA 2011: Smart Forvision als Zukunfts-Showroom

Autor / Redakteur: sp-x/dpa / Vera Scheid

Wenn Daimler und BASF ihre Technologien bündeln, kann es zu interessanten Ergebnissen kommen: So wie bei der Studie Smart Forvision, die mit wichtigen Technologien für die E-Auto-Zukunft aufwartet.

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Das neue Konzeptfahrzeug Smart Forvision wird auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September) vorgestellt. Es ist das Ergebnis aus der Zusammenarbeit von Smart und BASF. Zu den Innovationen, die in der Studie Premiere feiern, zählen zum Beispiel ein Dach mit Solarzellen oder die ersten serientauglichen Vollkunststofffelgen, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit.

Ob und in welchen Bereichen Daimler und BASF ihre Ideen künftig auch bei Serienfahrzeugen gemeinsam umsetzen werden, sei aber noch nicht entschieden, sagte Smart-Chefin Annette Winkler. Auch wie viel Geld beide Unternehmen in das Projekt gesteckt haben, wollte die Managerin nicht sagen.

Bulliger und selbstbewusster

Die Form mit ihrer crashresistenten Sicherheitszelle wurde leicht modifiziert, um die faserverstärkten Kunststoffe, die seine Außenhaut bilden, in Szene zu setzen. Absoluter Eyecatcher dürfte die Dachkonstruktion sein, auf der wie Intarsien Solarzellen eingelassen sind. Die farbigen Zellen fungieren im Verbund wie ein Mosaikfenster, gleichzeitig sollen sie circa fünf Watt zum Energiebedarf des Fahrzeugs beisteuern. Zur funkelnden Kunststoffhaube gehören auch OLED-Leuchtdioden. Für Smart-Designer Steffen Köhl bot das Konzept zudem die Möglichkeit, eine Formensprache durchzuspielen, die nicht auf das Konzeptfahrzeug beschränkt bleiben wird.

Ganzheitlicher Ansatz

Im Frühjahr 2012 soll die dritte Generation des Smart-Fortwo-Electric-Drive voraussichtlich mit 10.000 Exemplaren auf den Markt kommen. Deswegen haben Autoentwickler und BASF-Forscher Kernthemen der Elektromobilität wie Energieeffizienz, Temperaturmanagement und Leichtbau in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Ziel war, wie Christian Fischer, Forschungschef der Polymertechnik bei BASF, betonte, „ein ganzheitlicher Ansatz“. Der größte Automobilzulieferer in der chemischen Industrie steuerte aus seiner Kunststoff-Forschung Komponenten bei, die leichter als Metall sind und somit weniger Energieverbrauch und mehr Reichweite erzeugen helfen. Ein Highlight dürfte die erste Vollkunstofffelge sein. Obwohl rund drei Kilo leichter als herkömmliche Räder wirkt der zweiteilige Spritzguß massiv und stabil. Hergestellt wurde die Felge aus dem BASF-eigenen Werkstoff Ultramid.

120 Kilo leichter als das Serienmodell

Neben Leichtbauelementen für das Chassis – der Smart Forvision wiegt knapp 120 Kilo weniger als das Serienmodell – tragen zur positiven Verbrauchsbilanz im Forvision auch neue ultrakompakte Dämmmaterialien bei, die aus der Gebäude-Forschung des Chemieriesen stammen. Der Beifahrersitz hat ein entnehmbares Teil, um Platz beispielsweise für Skier, Snowboards oder sperrige Gegenstände zu bieten, die in einem normalen Smart keinen Platz finden würden.

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