IAA 2015: Materialschlacht unterm Messeturm

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Wer vor Beginn der IAA auf das Messegelände schaut, wähnt sich statt auf einer Autoausstellung bei einer Leistungsschau für Lkw und Gabelstapler. Die Aussteller treiben gewaltigen Aufwand.

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Die Autobauer betreiben einen ungeheuren Aufwand, um ihre Modelle auf der IAA zu präsentieren.
Die Autobauer betreiben einen ungeheuren Aufwand, um ihre Modelle auf der IAA zu präsentieren.
(Foto: sp-x)

Auch in diesem Jahr wird es sein wie immer. Noch am Montagabend wird es in den Hallen rund um den Frankfurter Messeturm aussehen wie auf einer riesigen Baustelle: Überall Kabeltrommeln, Kisten und Container, statt neuer Autos sieht man nur alte Gabelstapler, von sauberem Teppichboden keine Spur, in der Luft liegt ein Duft von frischer Farbe, Klebstoff und Putzmittel und dass hier in ein paar Stunden die größte Automobilmesse des Kontinents eröffnet werden soll, können nicht einmal die größten Optimisten glauben.

Und trotzdem werden sie genau wie in jedem Jahr auch diesmal wieder rechtzeitig fertig sein: Wenn am Dienstag erst die Presse und ab Donnerstag die Fachbesucher durch die Hallen ziehen, sind die Gabelstapler verschwunden, es riecht nach Champagner und nach Canapés und auf den Bühnen funkelt das polierte Premierenblech in Scheinwerfern, deren summierte Strahlkraft selbst die Sonne in den Schatten stellt.

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Für diese Inszenierung treiben die Hersteller einen Aufwand, der alle Vorstellungen sprengt. Nicht nur, dass sie im Prinzip bereits zum Ende der Messe mit den Planungen für die nächste IAA in zwei Jahren beginnen. Auch der konkrete Aufbau dauert oft Wochen, manchmal sogar monatelang.

Mercedes zum Beispiel, während der IAA traditionell in der alt ehrwürdigen Festhalle zu Hause, rückt in Frankfurt bereits zwei Monate vor der Messe an und beginnt mit dem Bau einer ganz eigenen Glitzerwelt. Kein Wunder, immerhin montieren die Schwaben mit zeitgleich rund 150 Mitarbeitern auf fast 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche unter anderem 1.500 bewegliche und 3.000 fest installierte Scheinwerfer, ziehen in der Festhalle mehrere Zwischenböden ein, die mit einer gigantischen Rolltreppe verbunden werden und verlegen insgesamt 235 Kilometer Kabel. Und das alles, damit am Ende nicht einmal 80 Autos im rechten Licht stehen.

Bei der Konkurrenz ist der Aufwand kaum geringer. Opel etwa schafft 160 Lastwagen voll Material in die Messehalle, das mit drei Staplern und 41 Hebebühnen ausgeladen und montiert wird – darunter zum Beispiel 54 Lautsprecher mit zusammen 32.000 Watt, 500 Quadratmeter LED-Displays, 60 Tonnen Stahl, 100 Tonnen Holz und 1.200 Quadratmeter Teppichboden. Und für den VW-Konzern fahren rund 400 Sattelzüge, bis die Halle 3.0 aussieht wie eine Autostadt im Kleinen. Dazu zählen allein für VW 200 Kilometer Kabel und 200 Tonnen Stahl und für Audi im eigenen Haus auf dem Freigelände je 800 Quadratmeter Glas- und Spiegelfläche und 640 Treppenstufen, mit denen die Bayern auf ihrem Stand insgesamt 115 Höhenmeter überwinden.

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