IAA 2019: Eine Branche sucht den Aufbruch

Zwischen E-Hoffnung und SUV-Kontroverse

| Autor: Andreas Grimm/dpa

Klimadebatte beeinflusst Hersteller und Aussteller

Dabei ist es nicht so, dass die Konzerne sich nicht Gedanken um die Klimadebatte machen. „Was die nächste Generation am meisten bewegt, ist der Klimawandel“, sagt der neue BMW-Chef Oliver Zipse. Bei den Münchnern durften Windräder als Bestandteil der Videoshow genauso wenig fehlen wie bei den Rivalen von Mercedes-Benz die grünen Stadtansichten Frankfurts. Genauso wie der Verweis, dass die Produktion von BMW in Europa schon CO2-neutral sei, und bei Mercedes die europäischen Werke 2022 so weit sein sollen. Bleibt zu hoffen, dass die Klima-Ankündigungen der Hersteller nachhaltiger sind als der Messestand von BMW, an dem am Dienstag mehrere Deckenteile zu Boden stürzten (siehe auch die Bildergalerie).

Tatsächlich gibt es auch optimistische Stimmen. So glauben die Experten der Denkfabrik Agora Verkehrswende, dass der Branche der Wechsel in die neue Welt durchaus gelingen kann – wenn sie nun endlich entschlossen auf CO2-Reduktion setzt: „BMW, Daimler und VW können ihre für das Jahr 2021 von der EU vorgegebenen Zielwerte für den Ausstoß von CO2 erreichen.“ Voraussetzung sei unter anderem eine „Steigerung der Zulassungen von E-Fahrzeugen auf Marktanteile von 8 bis 15 Prozent“.

IAA 2019: Studien und Premieren gegen die Depression

Unbestritten ist, dass das Thema Mobilität nicht verschwinden wird. Die Spielarten werden nur immer vielfältiger. Tatsächlich sind viele Besucher mit E-Scootern unterwegs und bei den Zulieferern wie auf dem Freigelände (mit einem eigenen Parcours) fallen immer wieder elektrifizierte Fahrräder ins Auge. BMW, Skoda und andere Anbieter präsentierten diese Form der Mobilität. Das Problem: Sie hat halt wenig mit Autos zu tun.

Gleichzeitig werden die Spielräume für die Hersteller immer enger – auch das macht der Messe zu schaffen. Angesichts der Herausforderung neuer Techniken – Elektro, Wasserstoff, Autonomes Fahren – muss an anderer Stelle gespart werden. Erst recht wegen des konjunkturellen Abschwungs. „Wir schlittern nicht in die Krise hinein, sondern befinden uns mittendrin. Es hilft nicht mehr, die Dinge schönzureden“, brachte es der Vorstandschef von Continental, Elmar Degenhart, auf den Punkt.

Der Auto- und Lkw-Zulieferer ZF Friedrichshafen sieht in den kommenden Jahren kaum Chancen für eine Belebung der Geschäfte in der Pkw-Branche. Handelspolitische Konflikte und der Technologiewandel zu E-Mobilität und Digitalisierung überlagerten sich derzeit, sagte ZF-Chef Wolf-Henning Scheider. Man gehe davon aus, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren „keine Besserung geben wird“. Für die IAA 2021 bedeutet dieser Befund nichts Gutes.

Weitere Kritik an der Autobranche zum IAA-Start

Weitere Kritik an der Autobranche zum IAA-Start

10.09.19 - Bereits am Montag hatte es trotz der Präsentation des neuen Elektro-VWs ID 3 massiven Widerstand gegen die SUV-lastige Modellpolitik der Industrie gegeben. An den beiden ersten Publikumstagen der IAA sind groß angelegte Demonstrationen und Proteste geplant. lesen

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