IAA: KÜS zieht Mängelbilanz

Lichttechnische Einrichtungen sind weiter Spitzenreiter

| Autor: Konrad Wenz

KÜS-Geschäftsführer Peter Schuler: „Wir stellen uns mit der Überprüfung der elektronischen Systeme der Entwicklung des modernen Fahrzeugbaus.“
KÜS-Geschäftsführer Peter Schuler: „Wir stellen uns mit der Überprüfung der elektronischen Systeme der Entwicklung des modernen Fahrzeugbaus.“ (Foto: KÜS)

Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) hat anhand einer HU-Auswertung die sicherheitsrelevanten Mängelgruppen der Jahre 2004 und 2014 Jahre miteinander verglichen. Ergebnis der Untersuchung: Bei den Mängelzahlen hat sich nur wenig verändert.

Spitzenreiter in der Mängelbilanz der KÜS waren und sind die lichttechnischen Einrichtungen. 2004 notierten die KÜS-Prüfingenieure hier 22,7 Prozent Mängel, im Jahr 2014 waren es 24,7 Prozent. Eine Steigerung um glatte zwei Prozentpunkte. Hierbei schlagen Fehler beim Austausch der Beleuchtungskörper ebenso zu Buche wie unerlaubte Manipulationen, etwa die Verwendung unerlaubter Xenon-Lampen.

Platz zwei in der Mängelhitparade halten die Bremsen. Hier gab es 2004 eine Mängelquote von 19,8 Prozent, 2014 waren es 20,8 Prozent. Die Steigerung liegt hier bei einem Prozentpunkt. Gründe dafür dürften unter anderem die steigenden Inspektionsintervalle und der merklich sinkenden Wartungswille der Fahrzeughalter sein.

Verbesserter Fahrzeugbau

Die Mängelgruppe Umweltbelastung lag 2004 mit 14,1 Prozent auf Rang drei. Das war auch 2014 mit 19,3 Prozent so, mit einem Anstieg um beachtliche 5,2 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür sind mit Sicherheit die verschärften Anforderungen bei der Abgasuntersuchung. Die Abgasanlagen werden aktuell öfter bemängelt.

Die Mängelgruppe Fahrzeugaufhängung liegt auf Rang vier der Bilanz. Im Jahre 2004 waren es noch 16,8 Prozent, 2014 nur noch 14,4 Prozent. Hier ist im Zehnjahresvergleich eine Abnahme der Mängel um 2,4 Prozentpunkte zu registrieren. Eine erfreuliche Entwicklung, die vor allem auf die gestiegene Fertigungsqualität im Fahrzeugbau zurückzuführen sein dürfte.

„Die geringen Änderungen bei den Mängelzahlen im Zehnjahresrhythmus stimmen schon bedenklich. Sie zeigen aber, dass die Hauptuntersuchung nach wie vor ihre absolute Existenzberechtigung hat. Sie ist ein Service im besten Sinne eines intensiven und zielgenauen Verbraucherschutzes“, so KÜS-Geschäftsführer Peter Schuler.

Mängel an Fahrerassistenzsystemen

Nichts bewegt derzeit die Gemüter so sehr, wie das ständig steigende Aufkommen von elektronischen Assistenzsystemen. Dabei hat die Frage nach dem Datenschutz inzwischen fast die nach Sinn und Unsinn solcher Systeme abgelöst. Trotz allem müssen die elektronischen Helfer im Fall der Fälle funktionieren. Die KÜS hat in ihrer HU-Bilanz 2014 einmal genau hingesehen.

Exakt 2.718.706 Hauptuntersuchungen hat die KÜS im Jahr 2014 dokumentiert. Dabei wurden insgesamt 2.988.264 Mängel festgestellt. Innerhalb dieser Gesamtmenge betrugen die bei den elektronischen Assistenzsystemen auffälligen Mängel nur etwa ein Prozent. Dies liegt zum einen daran, dass die meisten dieser Systeme noch nicht so stark verbreitet sind und nur in relativ neuen Pkw und Lkw verbaut sind. Zum anderen werden die auftretenden Defekte meist schon vor der Hauptuntersuchung über die Warneinrichtungen im Auto gemeldet und beseitigt.

ABS hat höchste Fehlerquote

Bei den elektronischen Fahrassistenzsystemen steht das klassische Anti-Blockier-System (ABS) mit einem Fehleranteil von 21,5 Prozent ganz oben in der Mängelliste. Die Traktionskontrolle (besser bekannt als ASR) bringt es auf auf einen Fehleranteil von 7,2 Prozent. Die sogenannten fahrdynamischen Kontrollsysteme wie etwa die „Elektronische Stabilitätskontrolle“ (ESP) stehen mit 5,3 Prozent in aktuellen KÜS-Mängelstatistik.

Mit der Einführung des sogenannten HU-Adapters zur Prüfung elektronischer Systeme im Fahrzeug machen die Kfz-Überwachungsorganisationen einen weiteren Schritt nach vorn: „Wir stellen uns mit der Überprüfung der elektronischen Systeme der Entwicklung des modernen Fahrzeugbaus. Die Fahrzeugüberwachung wird auch künftig auf der Höhe der Zeit sein und ihren Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten“, so Peter Schuler.

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