IAA: Nfz-Branche rüstet sich für die Zukunft

Autor / Redakteur: sr/ma / Stephan Richter

Alles was in Sachen Lkw und Transporter Rang und Namen hat, trifft sich derzeit in Hannover. Auf der IAA zeigen die Hersteller, wie sie ihr Geschäft gemeinsam mit dem Handel ausbauen wollen.

Firmen zum Thema

Der „Future Truck“ von Mercedes Benz zeigt Daimlers Vision eines selbstfahrenden Lkw.
Der „Future Truck“ von Mercedes Benz zeigt Daimlers Vision eines selbstfahrenden Lkw.
(Foto: ampnet)

Die Nutzfahrzeugbranche rüstet sich mit Produktneuheiten und neuen Servicekonzepten für das Geschäft der kommenden Jahre. Im Vorfeld der Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentierten die Hersteller am Dienstag eine Vielzahl an Modellen und Ideen für Werkstatt, mit denen sie gemeinsam mit dem Handel wachsen wollen. Allerdings dürfte es Jahre dauern, bis die Erträge der Neuheiten sichtbar werden.

Peugeot rekrutiert Transporterverkäufer

Der französische Hersteller Peugeot präsentiert sich im Vorfeld der IAA mit einer Produktoffensive im Nutzfahrzeugbereich. In Zentrum stehe die neue Version des Transporters Boxer, sagte ein Peugeot-Sprecher. Für Gewerbekunden sei das Fahrzeug aufgrund seiner „extrem niedrigen“ Unterhaltskosten interessant. Der Boxer macht bei Peugeot zwei Drittel des Absatzvolumens im Nutzfahrzeugbereich aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 16 Bildern

Die Importeursmarke will den Absatz im Nutzfahrzeugbereich ankurbeln, indem sie ihre Händler bei der Anwerbung neuen Verkaufspersonals unterstützt, sagte Peugeot Deutschland-Chef Marcel de Rycker. Im Zuge der Einstellungsoffensive sollen demnach 60 Verkäufer rekrutiert werden – größtenteils für den Nutzfahrzeugbereich, aber auch für das Pkw-Geschäft. Auch neues Servicepersonal will Peugeot im Zuge der Offensive anwerben.

Neue Serviceversprechen von Ford

Konkurrent Ford gab bekannt, seine neuen Servicestandards „Ford Transit 24“ bis Ende des Jahres in seinen Nutzfahrzeugzentren flächendeckend einzuführen. Der geforderte Leistungsumfang des Herstellers beinhaltet unter anderem erweiterte Öffnungszeiten, speziell geschulte Mitarbeiter sowie eigens gekennzeichnete Nutzfahrzeug-Parkplätze.

Damit will Ford sein Nutzfahrzeuggeschäft stärker in den Fokus rücken, sagte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes. Die 250 Transit-Center in Deutschland sollen Wartungs- und Reparaturarbeiten an Transporter künftig mit höherer Priorität ausführen.

Zudem führt Ford das neue Telematiksystem „Telogis“ ein. Als Nachrüstoption für die gesamte Produktpalette, soll die Technologie den durchschnittlichen Flottenverbrauch um bis zu 20 Prozent verringert, erläuterte Mattes.

Ford kündigte zudem an, seinen Marktanteil in Deutschland in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen. Noch in diesem Jahr solle er zweistellig werden. Nach eigenen Angaben verzeichnete Ford bis Ende August mit 17.407 Nutzfahrzeugzulassungen (+3,7 %) einen Marktanteil von 8,7 Prozent.

Daimler: Erprobte Euro-6-Produkte

Daimler rückte auf der IAA die Euro-6-Technologie in den Mittelpunkt. „Wir haben den ersten Euro-6-Actros vor drei Jahren auf den Markt gebracht und im Antos, im Atego und im Arocs weitergeführt. Die Technik ist mehr als erprobt“, sagte Wolfgang Bernhard, Daimler-Vorstand Trucks & Buses.

Auch präsentiert Daimler an seinem Stand die Premieren des Schwerlast-Lkw Actros SLT und den selbstfahrenden Lkw „Future Truck 2025“. Das Messepublikum kann sich bei Daimler zudem im Rahmen eines sogenannten „Tech Lane“ über die Gesamtosten von Nutzfahrzeugen informieren: Von der Beschaffung bis zum Wiederverkauf.

Mercedes-Benz Vans sieht gute Perspektiven für den Markt leichter Nutzfahrzeuge: „Der europäische Markt nimmt wieder Fahrt auf. Per August verzeichnen wir bei den leichten Nutzfahrzeugen ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, sagte Volker Morningweg, Bereichsleiter Vans. Im Herbst soll, neben dem Mercedes Sprinter, der neue Vito als zweiter „Welttransporter“ im Konzern für weiteren Zuwachs sorgen. Händlerstimmen zufolge bewegt sich der deutsche Markt auf ein weiteres Rekordjahr beim Absatz zu.

VW setzt auf die T-Baureihe

Volkswagen bringt im kommenden Jahr die neue Generation seines Transporters. Der T6 werde „alle guten Eigenschaften“ des T5 übernehmen, so VW-Nutzfahrzeug-Chef Eckhard Scholz. Einen Ausblick auf das Design des neuen T6 gab Volkswagen dem Fachpublikum mit dem Tristar. VW kündigte zudem an, den Erfolg des Vorgängers T5 mit dem Sondermodell „Original Transporter“ zu feiern. Ab Oktober soll das Fahrzeug zu Preisen ab 19.990 Euro bestellbar sein.

(ID:42966985)